Luftfahrtindustrie
Peking fusioniert Flugzeughersteller

Die Luftfahrtindustrie verspürt weltweit Auftrieb. Jetzt will China sein Stück vom Kuchen. Marktanteile erkämpfen, so lautet die Devise für chinesische Konzerne. Auch für private Investoren könnten sich neue Möglichkeiten ergeben.

PEKING. China will im Flugzeugbau künftig ein Wörtchen mitreden. Wie die amtlichen Medien des Landes berichten, sollen die beiden staatlichen Flugzeughersteller fusionieren. Peking will damit zum einen seine Kapazitäten für den Bau großer Passagierflugzeuge bündeln. Zum anderen könnte damit die bislang militärisch kontrollierte chinesische Flugzeugindustrie für private Investoren geöffnet werden. Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass die Flugzeugbauer Avic I und Avic II für einen späteren Börsengang zusammengelegt werden sollen.

Bisher wurden jedoch weder Zeitplan noch finanzielle Details für die Fusion genannt. Der Zusammenschluss zur China Aviation Industry Corp werde im Juli erwartet, hieß es lediglich. Mit einem eigenen Großraumflugzeug will Peking den beiden dominierenden Anbietern Airbus (Europa) und Boeing (USA) Konkurrenz machen. Nach den Plänen der Regierung soll China bereits 2020 Flugzeuge für mindestens 150 Passagiere zu bauen.

Experten sehen das jedoch als viel zu früh an. China werde erst in 20 Jahren in der Lage sein, große Maschinen wirklich vermarkten zu können. Bislang hat China noch keine große Kompetenz im Flugzeugbau erlangt. Avic I in Schanghai hat lediglich einen 90-sitzigen Regionaljet entwickelt. Dessen Jungfernflug musste bereits mehrfach verschoben werden, ist aber nun für "dieses Jahr" geplant. Das Flugzeug gilt immerhin als wichtige Vorstufe für den Bau eines Großraumflugzeugs, das nach den Plänen aus Peking auch als Frachtflugzeug mit einer Ladekapazität von mehr als 100 Tonnen gebaut werden soll.

Bereits im Februar 2007 hatte Regierungschef Wen Jiabao persönlich grünes Licht für Entwicklung und Bau eines großen Passagierflugzeugs gegeben. Dies wurde als Wende für die Industrie gewertet, nachdem 1985 ein entsprechendes Forschungsprogramm - genannt Y-10 - nach 15 Jahren von Peking auf Eis gelegt worden war.

Seite 1:

Peking fusioniert Flugzeughersteller

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%