Luftfahrtindustrie
Spanien fürchtet um Airbus-Werke

Die Krise um den Flugzeugbauer Airbus hat nun auch Spanien erreicht. Im Poker um die künftigen Produktionsstätten des Flugzeugherstellers hat das kleinste EADS-Mitglied schlechte Karten. Ein massiver Stellenabbau scheint kaum noch abwendbar. Doch eine Hoffnung bleibt den Spaniern noch.

MADRID / MÜNCHEN. Nach Angaben der spanischen Industriegewerkschaft CCOO bereitet die staatliche Beteiligungsgesellschaft Sepi für den kommenden Monat einen Krisenplan vor, der den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze in der Luftfahrtindustrie zur Folge haben könnte. Sepi ist mit gut fünf Prozent an der Airbus-Muttergesellschaft EADS beteiligt.

Derzeit sind 3 000 Mitarbeiter für Airbus in Spanien direkt beschäftigt. Die Krise um die verspätete Auslieferung des Großraumflugzeugs A 380 und die Belastungen aus dem Dollarverfall könnten den kleinsten Airbus-Partner hart treffen. Die Fabriken in Puerto Real, Getafe und Illescas liefern vor allem Komponenten für die Airbus-Familie. So haben sich die Spanier auf Heckflossen und Rumpfverkleidungen spezialisiert. Anders als Deutschland und Frankreich hat Spanien keine Endfertigung für Zivilflugzeuge. Die Endfertiger sind aber nach Plänen der EADS-Führung um Louis Gallois und Tom Enders bislang die einzigen Werke mit Bestandsgarantie im Airbus-Verbund.

„Wir sehen nicht ein, warum die Mitarbeiter für Managementfehler büßen sollen“, heißt es bei der CCOO. Gewerkschafter und Politiker haben doppelt Grund zur Sorge. Denn das Sanierungskonzept „Power 8“, dass EADS derzeit ausarbeitet, sieht eine drastische Reduzierung der Fertigungstiefe vor, Komponentenwerke stehen vor dem Aus. Zum anderen fürchten die Spanier, dass Deutsche und Franzosen ihre Übermacht in der Muttergesellschaft EADS nutzen könnten, um ihre ebenfalls bedrohten Werke auf Kosten des Juniorpartners zu retten. „Alles wird über Dialog und Abstimmung laufen. Wir lassen niemanden fallen“, sucht EADS-Co-Chef Louis Gallois zu beruhigen.

Die Zulieferer bekommen die Krise bereits voll zu spüren. Der Triebwerkshersteller Industria de Turbo Propulsores (ITP), der an der Produktion des A 380-Triebwerkes Trent 900 beteiligt ist, will 180 Stellen streichen. ITP ist auch am Bau der Aggregate für das Langstreckenflugzeug A 340 beteiligt, dass derzeit der Boeing 777 völlig chancenlos hinterherfliegt.

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