Luftfahrtkonzern
EADS-Zentrale soll nach Toulouse umziehen

Toulouse. Für den neuen EADS-Chef Tom Enders soll dieser Name demnächst für den gesamten Luftfahrtkonzern stehen. Die europaweit verteilten Verwaltungen sollen in der französischen Stadt gebündelt werden.
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ParisDer europäische Luftfahrtkonzern EADS will seine Unternehmensführung ins südfranzösische Toulouse verlagern. Der neue EADS-Chef Tom Enders wolle die Stadt, in der bereits die EADS-Tochter Airbus ihre Zentrale hat, zum Schwerpunkt von EADS machen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Konzernkreisen. Bisher ist Amsterdam der juristische Sitz von EADS, die Konzernleitung unter dem scheidenden Chef Louis Gallois sitzt in Paris.

Enders habe bei einem Treffen der EADS-Führung am Dienstag in Madrid seinen Plan bekannt gegeben, die bislang in Paris und München angesiedelten Verwaltungssitze in Toulouse zusammenzulegen. 200 bis 300 Beschäftigte müssten dafür in die südfranzösische Stadt umziehen, hieß es weiter.

Enders ist derzeit noch Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus, der seinen Firmensitz ebenfalls in Toulouse hat. Er wolle auch als EADS-Chef in Toulouse bleiben, kündigte Enders in Madrid an.

Der 53-jährige Deutsche hatte sich bereits früher für eine gemeinsame Zentrale von EADS und Airbus ausgesprochen, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Toulouse sieht Enders den Angaben zufolge als Stadt, die schon Industriezentrum ist, aber noch eine überschaubare Größe hat.

Der EADS-Verwaltungsrat hatte Enders Ende Januar als Nachfolger des Franzosen Gallois benannt, der in den Ruhestand geht. Den Chefposten von Enders bei Airbus soll dessen bisheriger Vize, der Franzose Fabrice Brégier, übernehmen.

EADS entstand im Juli 2000 aus der deutschen Daimler-Chrysler Aerospace (DASA), dem französischen Unternehmen Aérospatiale Matra und der spanischen CASA. Der Konzern ist als führendes europäisches Raumfahrt-, Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen auf Augenhöhe mit dem US-Konkurrenten Boeing.

Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 120.000 Menschen, vor allem in Deutschland, Spanien und Frankreich. Der Umsatz lag 2010 bei 45,8 Milliarden Euro.

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  • Vielleicht is der Aufsichtsrat, Madame Merkel und Monsieur Seehofe weniger naive...

  • EADS kann sich den Wasserkopf nicht mehr leisten. In Toulouse werden die Entscheidungen gefällt, die anderen Zentralen werden sich selbst verwalten. EADS ist auch kein Unternehmen, sondern ein Politisches Konstrukt. Die Aufträge wanderen da hin, wo die Subventionen fließen.

  • So eine naive Idee kann man nur als Deutscher haben. Herr Enders sollte sich mal ansehen auf welches Land sein Pass ausgestellt ist. Ich würde gerne einmal einen Franzosen sehen welcher in vergleichbarer Position und Aufgabe die Konzentration der Verwaltung eines französisch-spanisch-deutschen Konzerns z.B. in Kassel vorschlagen würde. Die Kriterien kleine übersichtliche Stadt mit allen Großstadtfunktionen sind da ja auch gegeben und bald sogar noch einen Flughafen. Schweizer und Inder in den Topbanken und Börsen und Leute wie Enders bei der EADS. Ticken wir eigentlich noch richtig? Die Verluste werden jedenfalls vom deutschen Steuerzahler verlangt und der ist dann noch "unsolidarisch" wenn er die Geldbörse nicht gleich weitergibt.

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