Luftfahrtkonzern
Ermittler durchsuchen EADS-Standorte

Ein Deal mit Österreich hat für EADS Folgen: Ermittler durchsuchten mehrere Standorte des Rüstungskonzern, weil es vor zehn Jahren beim Verkauf von Kampfjets zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll.
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MünchenErmittler haben mehrere Standorte des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS durchsucht. Dabei geht es um mögliche Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Kampfjets des Typs Eurofighter an Österreich vor zehn Jahren.

Dem Vernehmen nach gab es Aktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, unter anderem auch in der Zentrale in Ottobrunn bei München. Ein EADS-Sprecher bestätigte die Ermittlungen, nannte aber keine weiteren Details: „Wir unterstützen die Behörden. Aufgrund des laufenden Verfahrens machen wir keine weiteren Aussagen dazu.“

Die Staatsanwaltschaft München bestätigte, dass sie wegen Bestechungsverdachts ermittelt. Im Zuge dieses Verfahrens seien mehrere Objekte in Deutschland durchsucht worden, sagte ein Behördensprecher. Haftbefehle seien dabei nach seiner Kenntnis nicht vollzogen werden. Zur Zahl der Verdächtigen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Diese stünden jedenfalls unter dem Verdacht, ausländische Amtsträger bestochen zu haben.

Vor zehn Jahren hatte die damalige Regierung des österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel beim Rüstungskonzern für rund zwei Milliarden Euro 18 Eurofighter bestellt. Nach einem Regierungswechsel wurde die Zahl der Flugzeuge auf 15 und der Kaufpreis auf rund 1,6 Milliarden Euro reduziert. Bereits kurz nach der Bestellung der Eurofighter kam der Verdacht auf, dass es bei dem Geschäft zu Schmiergeldzahlungen gekommen sei. Deren Höhe soll Medienberichten zufolge im dreistelligen Millionenbereich liegen.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Luftfahrtkonzern: Ermittler durchsuchen EADS-Standorte"

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  • Man weiss immer nicht so genau ob jetzt Schneuzland oder Oestereich den ersten Platz als das korrupteste Land in Europa innehat. Italien faellt aus dem Rennen, die haben schliesslich zwei voneinander unabhaengige Regierungen, da ist es zu schwierig den Score zu berechnen.

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