Luftfahrtmesse
Boeing schließt bei Bestellungen zu Airbus auf

Airbus beendet die Auftragsjagd auf der Luftfahrtmesse mit einer gemischter Bilanz: Während die Mittelstreckenflieger weiter punkten, findet der Riesenjet A380 keine Käufer. Boeing hingegen zieht mit der neuen 737 nach.
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FarnboroughDer Flugzeugbauer Airbus musste seinem Erzrivalen Boeing auf der Luftfahrtmesse in Farnborough den Vortritt lassen. Insgesamt sammelte die wichtigste Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS Aufträge und Vorverträge für 115 Flugzeuge im Wert von 16,9 Milliarden US-Dollar (13,8 Milliarden Euro) ein. Bei der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris ein Jahr zuvor hatte Airbus dank seines neuen, spritsparenden Mittelstreckenfliegers A320neo noch Käufer für 730 Flugzeuge im Wert von 72,2 Milliarden Dollar gefunden. Diesmal holte US-Konkurrent Boeing seinen Rückstand aus dem Vorjahr ein Stück weit auf.

Für den US-Flugzeughersteller Boeing könnte es kaum besser laufen: Der Airbus-Rivale hat einen Auftrag über 150 Mittelstreckenflieger vom Typ 737 von der weltgrößten Fluggesellschaft United Continental erhalten. Die Maschinen kosten laut Preisliste 14,7 Milliarden Dollar oder umgerechnet 12,1 Milliarden Euro, allerdings sind bei derart großen Bestellungen satte Rabatte üblich.

Boeing-Chef Jim McNerney und United-Chef Jeff Smisek verkündeten das Megageschäft am Donnerstag. 100 der bestellten Maschinen entfallen auf die neue, spritsparende Variante 737 MAX, weitere 50 auf die aktuelle Variante Next Generation. Schon zuvor hatte Boeing zahlreiche Aufträge auf der Luftfahrt-Messe im britischen Farnborough eingesammelt und Kunden für über 200 Exemplare der 737 präsentiert.

Airbus hingegen kann nur eine durchwachsene Bilanz vorweisen: „Wir haben diesmal keine 700 Bestellungen erwartet“, sagte der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier am Donnerstag vor Journalisten in Farnborough. Im Gesamtjahr rechnet er allerdings weiter mit festen Aufträgen für mindestens 600 Maschinen, davon sind nach der Messe bereits mehr als 300 erreicht.

„Die Jahre 2011 und 2012 zusammengenommen, kommen wir dann auf mehr als 2000 Bestellungen“, sagte Brégier der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Von einer Krise könne daher keine Rede sein. Mit 600 Fliegern läge der Auftragseingang erneut über der Jahresproduktion von 570 Maschinen.

Auf der Messe entfiel der Großteil der Bestellungen mit 86 Flugzeugen auf die Mittelstreckenjets der A320-Familie. Im Gegensatz zum Rivalen Boeing punktete Airbus aber auch mit den größeren und teureren Langstreckenfliegern. Die Messe läuft noch bis zum 15. Juli, die Auftragsflut konzentriert sich aber auf die ersten Tage.

Nach einer langen Flaute entschied sich mit der Fluggesellschaft Cathay Pacific wieder ein Käufer von Airbus für die Langversion des neuen Hightech-Fliegers A350. Cathay will gleich 26 Exemplare des A350-1000 genannten Modells abnehmen, dessen Erstauslieferung Airbus vor einem Jahr auf 2017 verschoben hatte. Auch das Langstreckenmodell A330 fand Interessenten. Der Flugzeugfinanzierer CIT und der Konzern Synergy Aerospace aus Kolumbien wollen zusammengerechnet 19 der Maschinen kaufen. Airbus rüstet den Jet in den kommenden Jahren auf: Mit sparsameren Triebwerken und verbesserter Aerodynamik soll er ein höheres Startgewicht vertragen und weiter fliegen können als bisher.

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