Luftfahrtschau ILA
Die Messe der großen Deals

Sie haben es geschafft: Für den Triebwerkshersteller MTU und den Raumfahrtkonzern EADS hat sich die Berliner Branchenmesse ILA bereits gelohnt. Beide Unternehmen konnten Vertragsabschlüsse verkünden, die Millionen von Euro Wert sind.

HB BERLIN. Kaum begonnen, schon sind sie da, die großen Deals der Luftfahrtmesse ILA. Einen davon hat der Raumfahrtkonzern EADS Astrium an Land gezogen - und zwar in dreistelliger Millionenhöhe. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnete Astrium mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA am Eröffnungstag der Messe die Verträge. Das Satellitengeschäft hat nach Angaben von Astrium einen Wert von 263 Millionen Euro.

Das Unternehmen soll federführend den Erdbeobachtungssatelliten EarthCARE entwickeln und bauen. Dieser soll im September 2013 ins All starten. Der Satellit soll zum besseren Verständnis des Klimas und der aktuellen Klimaprobleme beitragen. Er verfügt über ein spezielles Radargerät zur Untersuchung der Zusammenhänge bei der Wolkenbildung.

Auch für den Triebwerkshersteller MTU Aero Engines hat sich die ILA gelohnt. MTU will gemeinsam mit Pratt & Whitney zwei neue Triebwerke entwickeln. Dazu habe sich MTU Aero mit je 15 Prozent an dem Programm PW810 für Cessna-Flugzeuge und an dem Getriebefan für den Regionaljet von Mitsubishi beteiligt, sagte MTU-Chef Egon Behle am Dienstag auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Pro Modell rechnet Behle mit einem Umsatz von fünf Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit des Programms von 30 bis 40 Jahren. Die Entwicklung der beiden Antriebe habe bereits begonnen, von 2013 an sollen sie in Dienst gestellt werden.

Der Getriebefan könnte auch bei der neuen C-Serie des kanadischen Regionalflugzeugherstellers Bombardier zum Einsatz kommen, hofft Behle. Eine Entscheidung soll im Verlauf des Jahres fallen. Auch Airbus interessiert sich für den Getriebefan und will ihn Ende des Jahres an einem großen A340 testen. Die neuen Triebwerke sollen einen um 30 Prozent geringeren CO2-Ausstoß haben. Die Reduzierung der Schadstoffe ist eines der großen Themen in der Luftfahrtbranche und ein wichtiger Faktor beim Verkauf von Flugzeugen.

Viele Fluggesellschaften haben ihre veralteten Flotten bereits mit neuen, effizienteren Maschinen ersetzt. Vor allem bei US-Airlines steht dies noch an. Der hohe Ölpreis und der befürchtete Abschwung der US-Konjunktur mindert jedoch den Investitionswillen und lässt viele Käufer vorsichtig werden. "Den Gegenwind aus allen Seiten haben wir bei unserer Prognose berücksichtigt", sagte der MTU-Chef.

Das zweite Quartal laufe nach Plan. "Die Prognose für 2008 gilt auch aus heutiger Sicht", bekräftigte Behle. MTU rechnet mit einem stabilen Umsatz und einem Überschuss von 180 Millionen Euro. Zu den geplanten Übernahmen gebe es nichts Neues, sagte Behle. "Wir sind weiter mit scharfen Blick und Gesprächen in den USA und Europa unterwegs. Kurzfristig steht aber nichts an."

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