Luftfahrtschau von Le Bourget
Scheichs geben Airbus Rückenwind

Die Fluggesellschaft Emirates Airlines bereitet nach Informationen des Handelsblatts die Bestellung von 50 Airbus-Langstreckenjets des Typs A350 vor. Auf der Luftfahrtmesse von Le Bourget hatte Qatar Airways am Montag bekannt gegeben, Airbus bei seinem 15-Mrd.-Dollar-Beschaffungsprogramm für neue Maschinen den Löwenanteil zu überlassen.

HB PARIS. Das Handelsblatt schreibt, Emirates wolle den Auftrag aber noch nicht in Le Bourget bekannt geben, sondern erst auf der Dubai Air Show im November. Qatar Airways hatte auf der Messe bei Paris erklärt, sie wolle bei Airbus für 10,6 Mrd. Dollar bis zu 60 Maschinen des Typs A350 ordern. Die Flugzeuge mit 200 bis 300 Sitzen sollen zwischen 2010 und 2015 ausgeliefert werden.

Airbus-Chef Noel Forgeard sagte, mit der Order von Qatar lägen seinem Unternehmen nun 90 Bestellungen für den A350 vor. Damit kommt der europäische Flugzeugbauer seinem Ziel um ein gutes Stück näher, auf der diesjährigen Flugschau 100 Bestellungen präsentieren zu können. Der Auftrag verringert auch den Abstand zwischen Airbus und seinem Erzrivalen Boeing. Die Amerikaner konnten für ihr neues mittelgroßes Flugzeug 787 bislang rund 266 Bestellungen und Kaufabsichten verzeichnen.

Allerdings hat Airbus den offiziellen Programmstart des geplanten Langstreckenjets wegen notwendiger Nachbesserungen am Design auf Ende September verschoben. Deswegen sind alle Bestellungen, die jetzt schon für den A350 eingehen, rechtlich noch unverbindlich.

Neben den Airbus-Flugzeugen will Qatar Airways auch Boeing-Jets bestellen, allerdings keine 787, sondern die 777, die bereits seit Jahren gebaut wird. Diese Order hat den Angaben von Qatar zufolge einen Wert von 4,6 Mrd. Dollar. Qatar Airways, eine der am schnellsten wachsenden Fluglinien derzeit, will in fünf Jahren drei Mal so groß sein wie derzeit.

Zu Beginn der Luftfahrtschau hatte der Airbus-Mutterkonzern EADS eine für Dienstag geplante Pressekonferenz abgesagt. Der Schritt gilt als peinliches Eingeständnis einer strategischen Blockade beim europäischen Vorzeigeunternehmen. Die Großaktionäre Daimler-Chrysler und Sogeade, eine Gesellschaft des Lagardère-Konzerns und des französischen Staates, blockieren sich seit einem halben Jahr im Streit um die Führungsstruktur bei EADS und der wichtigsten Konzerntochter Airbus.

Auslöser war der Versuch des Airbus-Chefs Noël Forgeard, die deutsch-französische EADS-Doppelspitze zu verdrängen und alleine die Konzernführung zu übernehmen. Forgeard fand dabei die Unterstützung von Präsident Jacques Chirac, Daimler-Chrysler blockte den Versuch jedoch ab. Nun warten Forgeard und der Deutsche Thomas Enders seit Wochen auf ihre Bestätigung als Co-Chefs. EADS wird kommissarisch von den Chef-Aufsehern geführt.

Airbus stellt auf der diesjährigen Le-Bourget-Messe den unumstrittenen Star: Der A380 startete erstmals vor internationalem Publikum zu einem Schauflug. Insgesamt zeigen 1924 Aussteller in Le Bourget ihre Produkte von Jagdbombern über Hubschrauber und Verkehrsflugzeuge bis zu Satelliten und Leichtseglern. 60 Fluggeräte starten zu Schauflügen. Das breite Publikum wird von Freitag bis Sonntag Zutritt zu der Messe haben, zu der 300 000 Besucher erwartet werden.

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