Lufthansa bestellt keine weiteren A380
Airbus verspielt letztes Vertrauen

Investoren und Analysten haben alarmiert auf Informationen aus Branchenkreisen reagiert, wonach sich die Auslieferungen des Großraumflugzeugs A380 weiter verzögern könnte. Der Flugzeughersteller Airbus droht sich damit ernsthaft das Vertrauen der Airlines zu verspielen. Lufthansa hat bereits Konsequenzen gezogen.

ali/ebe/hz/HB PARIS/FRANKFURT. Die Aktie der Airbus-Muttergesellschaft EADS ging am Mittwoch mit einem Minus von vier Prozent in den Handel und drehte erst am Nachmittag wieder leicht ins Plus.

Die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ hatte am Mittwoch von neuen Verzögerungen berichtet. Sowohl EADS als auch Airbus nannten den Bericht eine Spekulation. „Seit dem Sommer unterziehen wir das A380-Programm einer kompletten Überprüfung. Diese ist noch nicht abgeschlossen“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Informationen zum Stand der Dinge seien erst nach der Sitzung des EADS-Boards am 29. September zu erwarten.

Lufthansa hat bereits vor dieser Realität kapituliert. Die deutsche Airline will nur noch 30 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der Typen A319 bis A321 sowie fünf Langstreckenflugzeuge des Typs A330 ordern. Von Bestellungen des des Großraumjets A380 ist gar keine Rede mehr. Chefpilot Jürgen Raps hatte Anfang des Monats in der internen Zeitung „Flightcrew Info“ eine Bestellung von mehreren A380 in Aussicht gestellt. Der Aufsichtsrat habe der Bestellung am Mittwoch zugestimmt, teilte ein Sprecher mit.

Zudem wurden Lieferoptionen für 30 weitere Flugzeuge der A320- Familie gesichert. Damit setze Lufthansa die Erweiterung und Mordernisierung ihrer Flotte fort. Die Maschinen werden vom kommenden Jahr an ausgeliefert. Mit den Langstreckenmaschinen werde die verzögerte Inbetriebnahme des Großraumjets A380, von dem Lufthansa 15 Stück bestellt hatte, ausgeglichen.

Bislang hat Lufthansa 15 Riesenjumbos des Typs A380 geordert, die ab 2008 fliegen sollen. „Wir rechnen weiterhin im Sommer 2008 mit der Übergabe der ersten Maschine“, betonte ein Sprecher.

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