Lufthansa-Rivale
Air Berlin schreibt trotz Sparkurs rote Zahlen

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft muss im zweiten Quartal erneut einen herben Verlust verkraften. Schuld sind hohe Treibstoffkosten. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn lässt den Kopf aber nicht hängen.
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FrankfurtAir Berlin ist wegen der hohen Kerosinpreise noch tiefer in die roten Zahlen geflogen. Der Nettoverlust erhöhte sich im zweiten Quartal um gut 20 Millionen auf 66,2 Millionen Euro, wie der Lufthansa -Konkurrent am Mittwochabend mitteilte. Trotz eines geschrumpften Flugangebots kletterte der Umsatz binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent auf 1,135 Milliarden Euro.

Die gebeutelte Fluglinie hat in den vergangenen Monaten unrentable Flugverbindungen gestrichen, um die Auslastung ihrer Maschinen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Im zweiten Quartal habe Air Berlin 45 Millionen Euro eingespart - fünf Millionen mehr als ursprünglich geplant.

„Die Umsatzerhöhung zeigt, dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben. Durch die gezielte Flottenreduzierung sind wir in Zukunft nicht mehr in einem hohen Maße von saisonalen Schwankungen betroffen“, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn. Air Berlin werde wie geplant im nächsten Jahr in die Gewinnzone fliegen.

Das Eigenkapital hat sich binnen drei Monaten mehr als halbiert: Ende Juni waren nur noch 101,3 Millionen Euro vorhanden, wie Air Berlin weiter mitteilte. Ende März hatte die Fluglinie noch 210,4 Millionen Euro Eigenkapital ausgewiesen.

Der Rückgang des Eigenkapitals sei zum einen saisonbedingt, zum anderen liege es an der Bewertung von Sicherunggeschäften. „Allein durch Bewertungsveränderungen hat sich das Eigenkapital Ende Juli bereits um 60 Millionen Euro verbessert“, sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. „Zum Jahresende erwarten wir eine bessere Eigenkapitalquote als im Vorjahr“.

Die arabische Fluglinie Etihad, die rund 30 Prozent an Air Berlin hält, stellte ihrem Partner per 30. Juni ein Darlehen von 162,9 Millionen Euro zur Verfügung, wie die Fluggesellschaft weiter mitteilte. Die Nettoverschuldung stieg auf 811,9 Millionen Euro.

Details zu dem Etihad-Kredit wollte ein Air-Berlin-Sprecher am Mittwoch nicht nennen. Er verwies auf die Vorlage den vollständigen Zwischenberichts, den der Konzern am 15. August veröffentlichen will.

Im Dezember hat Etihad den Deutschen ein Darlehen über 200 Millionen Euro eingeräumt. Davon hatte Air Berlin nach Angaben vom Mai im ersten Quartal knapp 90 Millionen in Anspruch genommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Lufthansa-Rivale: Air Berlin schreibt trotz Sparkurs rote Zahlen"

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  • Den Lufthansa-Konkurrenten kann sich AB bald abschminken: Streichung strategischer Linienangebote muß nicht unbedingt klug sein.
    Und einen Sanierungsfall löst man nicht mal so eben hopphopp.

  • Ach, TQuirder, nur weil man etwas nachfaselt wird es nicht richtiger. Air Berlin ist schon vor Mehdorn ein Sanierungsfall gewesen und mir als Oftfahrer bei der Bahn hat Mehdorn-Bahn besser gefallen als die Grube-Bahn. Zumindet waren die Züge pünktlicher.

  • Nach Heideldruck und Deutsche Bahn, bringt Herr Mehdorn nun das nächste Unternehmen in Existenznot. Warum stoppt den keiner?

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