Luftschau in Le Bourget
Vorteil für Boeing

Der europäische Flugzeugbauer Airbus startet im Konkurrenzkampf mit dem Erzrivalen Boeing aus den USA die Aufholjagd. Am ersten Tag der Flugshow in Le Bourget nahe Paris konnte sich die EADS-Tochter milliardenschwere Aufträge sichern. Aus dem Schneider ist das Unternehmen damit aber noch lange nicht.

LE BOURGET Fast geräuschlos rollt die riesige A380 auf den Asphalt des Pariser Provinzflughafens Le Bourget und nimmt Geschwindigkeit für den Start auf. Direkt nachdem sich die mächtige Maschine in die Luft erhoben hat, dreht sie eine scharfe Rechtskurve und wird dabei so langsam, dass die Beobachter auf der Terrasse des Airbus-Chalets den Atem anhalten, ob das Manöver denn auch gut geht. Auch drinnen ist Showtime angesagt. Fast im Halbstundentakt tritt Airbus-Chef Louis Gallois mit wechselnden Kunden vor die Presse, um feierlich Milliardenorders zu paraphieren.

Willkommen auf der Airshow Le Bourget vor den Toren von Paris. Gerade der unter Druck stehende europäische Flugzeugbauer Airbus legte sich am ersten Tag mächtig ins Zeug, um mit Meldungen über Milliarden-Orders die jüngsten Krisenschlagzeilen mit Stellenabbau, Werksverkäufen und deutsch-französischem Hickhack vergessen zu machen.

Manager der Erzrivalen Boeing und Airbus sowie Analysten sind sich einig: Die Airshow wird einen weiteren Beleg für die Top-Form der Branche erbringen. Die Analysten von Credit Suisse rechnen für die beiden Rivalen insgesamt mit Bestellungen zwischen 300 und 350 Maschinen. Vergangenes Jahr im englischen Farnborough buchten sie nur 229 Bestellungen. Der Boom dauert nun schon drei Jahre - und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Zahl der Passagiere im Lufttransport wächst derzeit weltweit um fünf Prozent pro Jahr.

Im Blickpunkt steht in diesem Jahr vor allem aber der Wettlauf zwischen der Boeing 787 – auch Dreamliner genannt – und der von Airbus überarbeiteten A350 XWB. Das Langstreckenflugzeug mit zwei Triebwerken und einer Kapazität von bis zu 400 Passagieren ist der Hoffnungsträger bei der Flugzeugtochter der EADS. Airbus musste die Maschine komplett neu konstruieren, nachdem im vergangenen Jahr wichtige Kunden den ersten Entwurf abgelehnt hatten.

Sowohl die Boing 787 als auch die A350 stellen technologisch eine Revolution dar: Denn die Rumpfstruktur besteht zu großen Teilen (A350) oder komplett (787) aus leichten Verbundwerkstoffen. Aber nicht nur technologisch ist die A350 für Airbus ein Schritt ins Neuland. Ähnlich wie Boeing will Airbus mit diesem Modell seine industrielle Organisation vollkommen umkrempeln. Um Kosten zu sparen und um die Entwicklung zu beschleunigen, sollen rund 50 Prozent des Flugzeugrumpfes von externen Systempartnern entwickelt werden. Vorbild dabei ist die Automobilindustrie.

Darüber hinaus will Airbus mit Industriepartnern in Ländern wie Russland und China zusammenarbeiten. "Sie sollen drei bis fünf Prozent Anteil an dem Programm bekommen", sagte Airbus-Chef Louis Gallois am Rande der Airshow.

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