Luftverkehr: China plant eine eigene Flugzeugholding

Luftverkehr
China plant eine eigene Flugzeugholding

Chinas Luftfahrtindustrie soll wettbewerbsfähig werden. Dafür wollen die Asiaten nun eine eigene Flugzeugholding gründen. Auch Russland will den Anschluss an den Boom im Luftverkehr nicht verpassen. Ganz ohne westliche Hilfe kommen die Neueinsteiger aber nicht aus.

fas/HB MÜNCHEN. China will offenbar Staatsunternehmen zusammenlegen, um eine wettbewerbsfähige Luftfahrtindustrie aufzubauen. Die Staatskonzerne AVIC I und AVIC II würden voraussichtlich in diesem Jahr einen Restrukturierungsplan vorlegen, sagte jetzt ein Topmanager von AVIC II. Dazu sollten einige Sparten der zwei größten Flugzeughersteller gebündelt werden. Einzelheiten müssten noch geklärt werden. Der Zeitung "China Daily" zufolge soll durch die Zusammenlegungen der Bau eines Großraum-Jets vorangetrieben werden. Demnach kommt dafür auch die Gründung eines neuen Unternehmens in Frage.

China hatte 2007 Pläne zum Bau eines solchen Großraum-Jets bekannt gegeben. Im Dezember stellte die Volksrepublik ihr erstes vollständig im eigenen Land entwickeltes Regionalflugzeug vor. Die auch "Fliegender Phönix" genannte Maschine hat 90 Sitze und soll im Frühling erstmals zu einem Testflug abheben. Mit der Auslieferung will AVIC I im dritten Quartal 2009 beginnen. AVIC I und AVIC II beliefern zudem die Weltmarktführer Airbus und Boeing mit Teilen für ihre neuesten Modelle, darunter das Großraum-Flugzeug A380 und den 787 Dreamliner. China wird ab 2011 auch mit der Endmontage des Airbus -Mittelstreckenjets A 320 beginnen.

Neben China arbeitet auch Russland am Aufbau einer eigenen, zivilen Luftfahrtindustrie. So haben die Russen im vergangenen Jahr ihre Traditionshersteller Iljuschin, Tupolew, Jakowlew, Suchoi und Irkut unter dem Dach der staatlich kontrollierten United Aircraft Corporation (UAC) gebündelt. Erstes Projekt des neuen Verbundes ist der Bau des "Superjet 100". Die Maschine mit einer Kapazität bis 95 Plätze soll vor allem den etablierten Regionalflugzeugherstellern wie der kanadischen Bombardier und der brasilianischen Embraer Konkurrenz machen. Langfristig wollen aber auch die Russen größere Flugzeuge bauen, die dann den Maschinen von Airbus und Boeing Konkurrenz machen sollen.

Ganz ohne westliche Hilfe kommen die Neueinsteiger aber nicht aus. So basiert Chinas "fliegender Phönix" auf Lizenzen der Boeing -Tochter McDonnell Douglas, die Triebwerke stammen von General Electric. Auch Russlands Superjet 100 kann ohne westliche Hilfe nicht abheben. Die italienische Alenia ist mit 25 Prozent an dem Projekt beteiligt, Boeing half beim Design, die Triebwerke stammen von der französischen Snecma.

Seite 1:

China plant eine eigene Flugzeugholding

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%