Fahrverbote für Diesel-Lkws

Insgesamt sollen 49 Verbots- und 55 Umleitungsschilder aufgestellt werden. Nach einer Übergangszeit will die Polizei mit Kontrollen beginnen.

(Foto: dpa)

Luftverschmutzung Hamburg setzt als erste Großstadt Dieselfahrverbote durch

Hamburg montiert bereits Diesel-Fahrverbotsschilder an zwei viel befahrenen Straßen im Stadtteil Altona. Das Verbot soll ab Pfingsten gelten.
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HamburgHamburg will als erste Großstadt mit Durchfahrtsverboten für Diesel-Fahrzeuge die hohe Stickoxidbelastung in den Griff bekommen. Seit einigen Tagen würden an zwei besonders belasteten Straßenabschnitten Verbotsschilder montiert, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde am Mittwoch.

Autofahrer aufgepasst – Hamburg macht ernst bei Diesel-Fahrverboten

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Ab wann die Einschränkungen gelten, sei noch offen. Die Behörde warte noch auf die schriftliche Begründung des Bundesverwaltungsgerichts für sein Urteil vom Februar, durch das Fahrverbote ermöglicht wurden. Damit werde bis Pfingsten gerechnet.

Bis dahin seien die Schilder durch rote Plastikkreuze ungültig gemacht. „Wir werden die Schilder auf jeden Fall noch in diesem Monat scharfschalten“, kündigte der Behördensprecher an. Als erstes hatte der NDR darüber berichtet.

Betroffen sind ein 580 Meter langer Straßenabschnitt der Max-Brauer-Allee und ein 1,7 Kilometer langer Abschnitt der Stresemannstraße, der nur für ältere Diesel-Lkw gesperrt werden soll.

Auf der Max-Brauer-Allee soll das Durchfahrtsverbot für Pkw und Lastwagen gelten. Insgesamt sollen 49 Verbots- und 55 Umleitungsschilder aufgestellt werden. Nach einer Übergangszeit will die Polizei mit Kontrollen beginnen.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende Februar exemplarisch an den Fällen Stuttgart und Düsseldorf entschieden, dass Dieselfahrverbote in Städten als letztes Mittel zur Luftreinhaltung möglich sind.

Die Einführung müsse aber verhältnismäßig - das heißt vor allem mit zeitlichem Vorlauf - sein. Als erste Großstadt hatte Hamburg damals bereits angekündigt, ab April die beiden viel befahrenen Straßen für alle Diesel bis zum Standard Euro 5 zu sperren.

5 günstige Diesel ohne Fahrverbot-Risiko
Wenig Auswahl bei sauberen Dieseln
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Die Auswahl an sauberen Diesel-Modellen ist aktuell noch sehr klein. Längst noch nicht alle in Deutschland angebotenen Neuwagen sind auf dem Stand der strengsten Abgasnorm Euro 6d-temp. Vor allem im unteren Preissegment ist das Angebot mau. Wir haben die fünf günstigsten „Sauber-Diesel“ rausgesucht, die aktuell bestellt werden können.

Ford Ka+ 1.5 TDCi, 70 kW/97 PS, ab 14.000 Euro
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Der Kleinstwagen bietet vergleichsweise viel Platz und eine ordentliche Ausstattung. Für die Langstrecke sicher nicht die beste Wahl, aber für städtische Vielfahrer wie Pflege- oder Kurierdienste als Diesel eine bedenkenswerte Alternative zum Benzinermodell.

Peugeot 208 BlueHDi 100, 73 kW/99 PS, ab 19.100 Euro
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Die Franzosen zählen zu den Marken mit dem größten Sauber-Diesel-Programm jenseits der Premiumanbieter. Der 208 punktet mit knappen Abmessungen, gutem Raumgefühl und flinkem Fahrverhalten. Im Vergleich zum kaum kleineren Ford nicht nur auf der Langstrecke das reifere Auto.

Honda Civic 1.6 i-DTEC, 88 kW/120 PS, ab 19.990 Euro
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In der neuesten Generation ist der japanische Kompaktwagen fast schon zum Mittelklassemodell geworden, bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck. Dazu gibt es selbst beim Basismodell eine umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Ford Focus 1.5 EcoBlue, 70 kW/97 PS, ab 20.090 Euro
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Die neue Generation des Ford Focus kommt zwar erst im September auf die Straße, kann aber bereits jetzt bestellt werden. Zumindest für die Basismobilität dürfte der leistungsmäßig etwas beschränkte Diesel ausreichen.

Peugeot 308 1.5 BlueHDi, 75 kW/100 PS, ab 20.950 Euro
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Der kompakte Franzose ist gleich mit drei unterschiedlichen Euro-6d-temp-Dieseln zu haben. Verpflanzt sind die Vierzylinder in einen eleganten Fünftürer, der sich bei Ambiente und Fahrverhalten stärker als zuletzt von der Marke gewohnt am VW Golf orientiert.

Die Deutschen ziehen nach
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Das Angebot an Modellen wird in den kommenden Monaten weiter wachsen, spätestens im Herbst 2019 müssen alle Neuwagen die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Am unteren Ende des Preisbandes dürfte sich aber vergleichsweise wenig tun: Viele Marken werden die Dieselmotoren in ihren Kleinst- und Kleinwagen wohl eher streichen als die teure Abgasreinigung einzubauen.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärte in dieser Woche gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“, das Land arbeite an alternativen Maßnahmen zu Fahrverboten.

Sollten sie dennoch notwendig sein, könnten sie nach seiner Ansicht nicht vor dem 1. September 2019 eingeführt werden. Beschlossen sei in der grün-schwarzen Landesregierung aber noch nichts. 

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  • dpa
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  • Aus dem Handelsblatt-Artikel „EU reißt der Geduldsfaden“ (heute auf S. 8):

    „Anders als Deutschland haben andere Länder daraus (dem Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission) Lehren gezogen. Spanien, die Slowakei und Tschechien haben „geeignete Maßnahmen“ ergriffen (…). Auch die belgische Hauptstadt Brüssel hat inzwischen Diesel-Fahrverbote eingeführt, die in den nächsten Jahren schrittweise verschärft werden. Dagegen verstößt Deutschland (…)“

    Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

    Weiter hinten im Text:

    "Doch die Bundesregierung setzt ihre Vorsätze nur langsam um. Zwar (...). Doch (...).

    Kommen mir irgendwie bekannt vor, diese Formulierungen.

    Wie auch immer: Die Gesundheit der Bürger geht vor.

  • Rein sachlich ist das Dieselfahrverbot völliger Unsinn. Das weis jeder, der die Grundrechenarten beherrscht. Der Stickoxydwert von 40 mg ist von EU Beamten gegriffen, im Büro sind 900 mg erlaubt. Es geht dem rotgrünen Senat um die Zurückdrängung des Individualverkehrs in der Stadt. Diesem Ziel sind die ( für Radfahrer) lebensgefährlichen zusätzlichen Radwege auf den Fahrbahnen zugeordnet und der permanente Baustellenterror überall in der Stadt.6000 Tote jährlich durch Stickoxyde sind ebenso märchenhaft wie ihre Grenzwerte. Die deutsche Umwelthilfe ist eine vom Großkonkurrenten Toyota mitfinanzierte Lobbyorganisation, an der sich die Gründungsanwälte eine goldene Nase verdienen. Die Diesel Problematik gehört zu den Ablenkungschimären, genau so wie die angebliche Klimakatastrophe, an der ganz besonders reiche Leute ganz besonders viel Geld verdienen. Große internationale Interessengruppen haben es auf die deutsche Automobilindustrie und damit auf die Schwächung der deutschen Wirtschaft insgesamt abgesehen( schädliche Exportüberschüsse etc. ) Die dumme und willfährige politische Kaste ( im "Luftreich der Träume" angesiedelt) in D lässt sich bereitwillig vor diesen Karren spannen, entzieht Deutschland Milliarden durch eine plan - und sinnlose Energiewende und den Massenimport von Sozialamtsdauerkunden. Irgendwann stemmen die 15 Millionen Deutsche, die real noch Steuern zahlen, das alles nicht mehr, dann kann uns auch kein Gott mehr Gnade erweisen....

  • Da sorgt Hamburgs Reichenschiggeria dafür, dass die Stinker einen Bogen um ihre Luxuswohnungen fahren.

  • Hallo, Ihr Kommentatoren!
    Beim emotionsfreien lesen fällt auf, dass wir hier von PKW's reden die vor 2009 zugelassen und in den Verkehr gebracht wurden, da das Verbot lautet .... bis Euro 5 !!! und nicht inclusive. wir sprechen hier also von einem täglich kleiner werdendem Thema. Für die ach so gebeutelten Kleinunternehmer ist das Verbot noch wachsweicher: "ältere Dieselfahrzeuge".
    viel viel Lärm um ganz wenig.

  • Fr. Merkel und ihre Genossen kommen ihrem Ziel einer Abschaffung des Autos für Jedermann näher.

    Die Fahrverbotsklagen kamen von der "Deutschen Umwelthilfe". Dies war einst (Quellen, Eike, Journalistenwatch) ein Abmahnverein. Dieser erhielt 4,2 Mio. € aus dem Bundeshaushalt (Quelle Focus) und klagt nun Fahrverbote ein.

  • Passen Sie auf, Herr Spiegel, nach Ihrem Beitrag glaubt Herr Send vermutlich, Diesel-LKW`s könnten tatsächlich zur Luftreinigung eingesetzt werden!
    Wie wir alle sehen konnten, sind seine Sinne mit dem Erkennen von wahr und unwahr leider etwas überfordert.

  • Lustig, Herr Send! Genauso ahnungslos, wie ihresgleichen auf die CO2-Lüge reingefallen sind und sich stolz mit Ihren Dreckschleudern als "umweltfreundlich" präsentiert haben, so glauben Sie jetzt natürlich, Gegner des Diesel-Antriebs müssten Satiriker sein. LOL!

    Wer wundert sich da noch, dass Sie beim Autokauf nicht gerade die Hellsten sind?

  • Es ist doch unglaublich mit welchen bösen Angriffen auf Kommentatoren sich das System der Wahrheit entziehen will. In Zukunft werden in Gradierwerken Diesel-LKW,s aufgestellt um die Luft zu reinigen,
    das will der Pharisäer Send doch sagen.

  • E.Caruso al. Kober
    Liebe Kommentatoren: unsere beiden Diesel-Gegner haben uns alle doch nur auf die Rolle schieben wollen mit ihrem Ge....... Das war aber nun wirklich nicht leicht erkennbar-
    S A T I R E ! Ich bin zuerst auch darauf reingefallen!

  • Das wurde aber auch so langsam mal Zeit! Die mobilen Ruß-Fabriken gehören entsorgt. Und das dumme Geschwätz von dem "Klimakiller" CO2 gleich dazu.
    Hamburg gibt die Richtung vor, und die Diesel-Deppen dürfen gerne jammern. Sie haben beim letzten Autokauf schlicht daneben gegriffen.

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