LUK, INA und FAG
Autozulieferer Schaeffler will Arbeitskosten drastisch senken

In den vergangenen Jahren hat die Schaeffler Gruppe weltweit Fabriken aufgebaut. Die deutschen Standorte stehen dadurch in einem heftigen Wettbewerb mit dem Ausland. Um die Jobs dennoch in Deutschland zu behalten, drängt der weltweit zweitgrößte Wälzlagerhersteller seine Beschäftigten nun zu Zugeständnissen

jojo / cha MÜNCHEN. Die Schaeffler Gruppe erhöht den Druck auf ihre Mitarbeiter. Damit die Werke in Deutschland wettbewerbsfähig blieben, müssten die Arbeitskosten um zehn bis 15 Prozent sinken, sagte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger am gestrigen Mittwoch vor dem Club Wirtschaftspresse München. Das sei nicht nur eine Frage der Arbeitszeiten. Auch durch Gleitzeitkonten oder weniger Urlaub sei dieses Ziel erreichbar. „In Deutschland ist noch viel mehr Flexibilität gefordert“, sagte der Manager.

Die Schaeffler Gruppe ist der weltweit zweitgrößte Wälzlagerhersteller. Ohne die hoch präzisen Werkstücke würde kein Auto fahren und kein Flugzeug abheben. Zu dem Familienunternehmen gehören bekannte Marken wie LUK, INA und FAG.

Seit Jahren geben die Franken kräftig Gas und wachsen. Auch 2006 ging es weiter aufwärts: Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 8,3 Mrd. Euro. Angaben zum Gewinn macht Schaeffler traditionell nicht. Es heißt lediglich, die Gesellschaft sei profitabel.

In den vergangenen Jahren hat Schaeffler weltweit Fabriken aufgebaut. Alleine in Indien und China gibt es jetzt je vier eigene Werke. Dazu kommen zahlreiche Standorte in den Niedriglohnländern Osteuropas. Die deutschen Standorte stehen dadurch in einem heftigen Wettbewerb mit dem Ausland. „Standardprodukte haben wir bereits weitgehend verlagert“, sagte Geißinger.

Um die Jobs dennoch in Deutschland zu behalten, fordert der Manager Zugeständnisse der Mitarbeiter: „Wir müssen reagieren, so lange es dem Unternehmen gut geht und nicht erst, wenn wir sanieren müssen.“

Jüngst hatte der Fall eines Werks in Elfershausen im Landkreis Bad Kissingen für Aufsehen gesorgt. Dort entschieden sich die Mitarbeiter gegen den Willen der IG Metall für die 40-Stunden-Woche. So konnten die 230 Beschäftigen ihre Stellen bis 2012 sichern.

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