Lukrative bunte Bausteine
Lego ist Nummer eins der Spielzeughersteller

Das dänische Unternehmen Lego hat seine Umsätze für das erste Halbjahr 2014 veröffentlicht. Demnach haben die Spielzeughersteller rund 1,54 Milliarden Euro umgesetzt. Damit liegen sie vor den Konkurrenten von Mattel.
  • 0

KopenhagenLego ist die neue Nummer eins im Spielzeuggeschäft. Der dänische Hersteller meldete am Donnerstag für das erste Halbjahr einen Umsatz von 11,504 Milliarden Kronen (1,54 Milliarden Euro). Das sind - auf Basis des durchschnittlichen Umrechnungskurses für diese sechs Monate - rund 2,11 Milliarden Dollar und damit mehr, als der Barbie-Hersteller Mattel mit 2,01 Milliarden Dollar umsetzte. Lego-Finanzchef John Goodwin versuchte sich aber in Bescheidenheit.

Lego selbst erwähnte den Aufstieg an die Spitze nicht; und auch die Konkurrenz kommt in der Bilanz nicht vor. Doch die Zahlen sprechen für sich: Der Umsatz mit den bunten Klötzchen wuchs im ersten Halbjahr um elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - der von Mattel sank um sieben Prozent. Lego machte von Januar bis Juni einen Gewinn von umgerechnet 498 Millionen Dollar (379 Millionen Euro) und damit ein Plus von 14 Prozent - der von Mattel blieb nahezu gleich bei 17,1 Millionen Dollar.

Großen Anteil am Erfolg dürfte der Film „The Lego Movie“ haben, der weltweit die Kinder in die Kinos lockte und alle Erwartungen übertraf. Dieser Erfolg zahlte sich im Kauf von Lego-Steinen und Lego-Baukästen aus.

In Europa, auf dem amerikanischen Kontinent und in Asien stiegen die Umsätze jeweils zweistellig, berichtete Finanzchef Goodwin. „Das ist sehr zufriedenstellend mit Blick auf einen Markt, der dieses Jahr sehr langsam anlief.“

Vor allem in China ist Lego voll eingeschlagen, hier wuchsen die Umsätze um über 50 Prozent. Lego eröffnete eine neue Regionaldirektion in Shanghai und begann mit dem Bau seiner ersten Fabrik in der Volksrepublik. In Europa eröffnete Lego im ungarischen Nyiregyhaza sein drittes Werk - die anderen beiden stehen im dänischen Billund und im tschechischen Kladno. Den amerikanischen Markt beliefert das Lego-Werk im mexikanischen Monterrey, erst im Juni war es erweitert worden.

Goodwin wiegelte dennoch ab: Es sei noch zu früh zu sagen, ob sich die „starke Leistung“ auch in der Bilanz für das Gesamtjahr zeigen werde, sagte er. Die größten Umsätze mache Lego schließlich im zweiten Halbjahr - „in einer kurzen Zeit von wenigen Wochen vor dem Weihnachtsfest“. Doch das Wort Krise kann Lego mittlerweile aus dem Wortschatz streichen. Seit dem ersten Halbjahr 2008 hat sich der Umsatz mehr als verdreifacht.

Vom Erfolg profitieren wenige, und am meisten einer: der ehemalige Firmenchef Kjeld Kirk Kristiansen, der die Zügel 2004 aus der Hand gegeben hatte. Er ist der Enkel von Firmengründer Ole Kirk Kristiansen, ein Tischler, der Lego (leg godt - spiel gut) 1934 gründete. Bis heute gibt es nur 205 Anteile am Konzern, und sie sind zu 75 Prozent im Besitz der Familienholding Kirkbi. Hauptanteilseigner ist der 66-jährige Kristiansen, dessen Vermögen das US-Magazin „Forbes“ auf umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro schätzt. Auf der „Forbes“-Liste ist das Platz 124 - weltweit.

Danach hatte es nicht immer ausgesehen. Als Kristiansen 2004 die Geschäftsführung abgab, schoss er 800 Millionen Kronen aus seinem Privatvermögen dazu, um Lego das Überleben zu sichern. Der Spielwarenproduzent hatte sich mit Lego-Kleidung und Lego-Themenparks verzettelt. Der neue Chef Jörgen Vig Knudstorp konzentrierte sich wieder auf das Kerngeschäft. Gefragt nach den Gründen für seinen Erfolg sagte er im März: „Der Fantasie sind beim Bauen keine Grenzen gesetzt, aber alles lässt sich einfach wieder abbauen. Das System ist einfach einzigartig auf der Welt“.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Lukrative bunte Bausteine: Lego ist Nummer eins der Spielzeughersteller"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%