Im September 2004 meldet das damals 100-jährige Unternehmen Salamander Insolvenz an. Auch ein neuer Eigentümer bringt nicht die erhoffte Wende; der deutsch-chinesische Luxusgüterkonzern Egana-Goldpfeil kämpft mit unsicheren Kundenforderungen und Geldmangel. Der Traditionsmarke stehen erneut unsichere Zeiten bevor.
KORNWESTHEIM. „Sohn und Tochter Salamander / springen fröhlich umeinander. / Glücklich schaut die Mutter zu. / Papa liest in guter Ruh. / Alle tragen miteinander / Schuhe nur von Salamander.“
So beginnt sie, im Frühjahr 1937, die Geschichte von Lurchi, dem jungen Feuersalamander. Reimend bringt er Kindern die Schuhmarke Salamander nahe und entschädigt mit seinen Abenteuern, die als Comic-Hefte erscheinen, für die meist ungeliebte Prozedur des Schuhkaufs. Am Anfang geht es in Lurchis Leben noch unbeschwert zu, doch nach und nach werden seine Erlebnisse verwegener. So verwegen, dass viele Fans im Herbst 2004 besorgt fragen: „Muss Lurchi sterben?“
Meist hat der Feuersalamander in letzter Minute noch eine gute Idee, um gefährliche Situationen zu meistern. Dieses Mal ist es aber damit nicht getan, fremde Hilfe ist nötig, denn der Salamander AG droht das Aus. Der einst größte europäische Schuhhersteller und eine der ältesten deutschen Marken meldet am 8. September 2004 Insolvenz an. Das Unternehmen ist da schon lange nicht mehr selbstständig, sondern Teil des Schuhgroßhändlers Garant, der im Spätsommer 2004 ebenfalls zahlungsunfähig ist.
Ein Jahr später wechselt Salamander erneut den Eigentümer und wird Teil des deutsch-chinesischen Luxusgüterkonzerns Egana-Goldpfeil. Es sieht so aus, als könnte Lurchi aufatmen – aber nicht lange. Denn jetzt ist Salamander erneut in schweres Fahrwasser geraten. Die Muttergesellschaft kämpft mit unsicheren Kundenforderungen und Geldmangel, wie aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervorgeht.
Am vergangenen Mittwoch sind die Aktien von Egana-Goldpfeil, die an der Börse Hongkong gelistet sind, vom Handel ausgesetzt worden – zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten. Eine Erklärung bleibt das Unternehmen bislang schuldig. Nur so viel steht für Konzernbeobachter fest: Salamander steht erneut vor einer ungewissen Zukunft – genau 103 Jahre nach der Gründung des Unternehmens.
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