Luxemburger Stahlkonzern
Arcelor könnte Mittal-Haltung überdenken

Der Luxemburger Stahlkonzern Arcelor hat am Freitag erneut das Übernahmeangebot des Konkurrenten Mittal Steel abgelehnt und die Aktionäre aufgefordert, den harten Kurs gegen die Übernahmepläne des Konkurrenten Mittal Steel zu unterstützen. Allerdings wird bei einer Verbesserung der Offerte eine Änderung der Haltung nicht mehr ausgeschlossen.

HB LUXEMBURG. „Wir brauchen ihr Vertrauen“, warb Verwaltungsrats-Chef Joseph Kinsch auf der Hauptversammlung des zweitgrößten Stahlkonzerns der Welt um Zustimmung. Er hatte bei institutionellen Anlegern unter anderem mit seiner Entscheidung für Kritik gesorgt, den von Thyssen-Krupp umworbenen kanadischen Stahlkonzern Dofasco in eine Stiftung auszulagern. Trotz der Kritik wurde der 72-Jährige auf der Hauptversammlung wiedergewählt. Das Management lehnte das Mittal-Angebot erneut ab, schloss aber im Fall einer verbesserten Offerte eine Änderung seiner Haltung nicht aus.

„Das Mittal-Angebot spiegelt nicht den Wert Arcelors wider“, betonte Kinsch erneut. „Sollte Mittal ein reines Barangebot machen, das dem Wert unseres Unternehmens entspricht, wird der Verwaltungsrat seine Haltung überprüfen“, fügte er hinzu. Mittal bietet für Arcelor rund 20 Mrd. Euro in bar und in Aktien.

Seine Gegner bezeichnete Kinsch als Plünderer des Firmenvermögens. Die Führung habe gar keine andere Wahl gehabt, als sich gegen die Mittal-Offerte zu stemmen. Sie würde dies nicht tun, wenn eine Übernahme sinnvoll sei, sagte der ehemalige Chef des luxemburgischen Stahlkonzerns Arbed. Diese war 2002 mit der spanischen Aceralia und der französischen Usinor zu Arcelor zusammengeschmiedet worden.

„Ich glaube nicht, dass Herr Kinsch abgewählt wird, aber wir können hier heute unsere Unzufriedenheit präsentieren“, sagte ein Aktionärsvertreter - und sollte Recht behalten: Kinsch wurde mit 75,7 Prozent des anwesenden Kapitals im Amt bestätigt. „Das Ergebnis ist besser als ich erwartet hatte“, sagte der Manager anschließend.

Die Stahlwelt braucht nach Ansicht des Präsidenten des Arcelor-Verwaltungsrates Kinsch eine „intelligente Konsolidierung“. „Nur eine gut durchdachte Konsolidierung kann Werte schaffen“, sagte Kinsch am Freitag bei der Hauptversammlung in Luxemburg. Die Stahlindustrie brauche „keine Aneinanderreihung von Industrieanlagen“, sagt der Präsident im Hinblick auf das feindliche Übernahmegebot von Weltmarktführer Mittal Steel.

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