Luxusgüterkonzern macht Gewinnsprung Luxus lohnt sich für Richemont wieder

Die anhaltende Erholung im Geschäft mit teuren Uhren und Schmuck hat dem internationalen Luxusgüter-Konzern Richemont im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2004/05 einen Gewinnsprung beschert.

HB ZÜRICH. Dank der steigenden Verkäufe in ihren Boutiquen konnte die Nummer Zwei unter den Edel-Anbietern die Margen aufpolieren, die stark unter der Nachfrageflaute der vergangenen drei Jahre gelitten hatten. Für das wichtige Weihnachtsgeschäft rechnet der Konzern mit lebhaften Umsätzen und ist mit seiner Prognose nicht mehr so vorsichtig wie bisher.

Zwischen April und September - dem ersten Semester des Geschäftsjahres 2004/05 - stieg der Umsatz um 14 % auf 1,74 Mrd. €. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 157 % auf 208 Mill. €, und der Reingewinn aus dem Luxusgütergeschäft mit Prestigemarken wie Cartier und Jaeger-LeCoultre stieg auf 173 Mill. €, was einem Anstieg um 154 % entspricht.

Dazu kam noch die Beteiligung am Tabakkonzern British American Tobacco, die einen Gewinnbeitrag von 238 (Vorjahresperiode 221) Mill. € in die Richemont-Kasse brachte und den Gruppengewinn der Berichtsperiode um 42 % auf 411 Mill. € anhob.

Im Kerngeschäft, das von der mit Abstand wichtigsten Uhren- und Schmuckmarke Cartier dominiert ist, ist der alte Glanz bei der Marge aber noch nicht wieder da. In der im vergangenen Jahr durch den Irak-Krieg und das SARS-Virus verschärften Branchenkrise waren bei Richemont auch hausgemachte Probleme ans Licht gekommen und die operative Gewinnmargen war im ersten Semester kräftig bis auf rund fünf Prozent abgesackt.

Die südafrikanische Familie Rupert, die den Konzern beherrscht, konnte das Steuer herumreissen und die Marge liegt nun wieder bei zwölf Prozent. Doch der Konzern, der weltweit 561 Boutiquen betreibt und schon dadurch mit einem hohen Fixkostenblock fertig werden muss, hat noch nicht zu seiner alten Form zurückgefunden. Vor 2001 lag die Marge zwischen 17 und 18 %. Für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05 (per Ende September) sieht Richemont ein deutlich besseres Betriebsergebnis.

Und der Trend sollte dank der besseren Stimmung unter den Verbrauchern in Europa anhalten. „Europa ist zurück“, sagte Finanzchef Richard Lepeu. Zudem floriere der für das Luxusgütergeschäft wichtige Tourismus wieder. Auch Asien laufe gut, nur in den USA habe sich das Wachstum etwas verlangsamt. Im Oktober erzielte Richemont weltweit ein Umsatzwachstum von acht Prozent. Vor diesem Hintergrund geht Richemont weiterhin von einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Dies, obwohl es im zweiten Halbjahr wegen der höheren Vergleichsbasis weit schwieriger wird, die Zahlen des Vorjahres zu übertreffen.

Der Analyst von Lombard Odier Darier Hentsch, Scott Weldon, zeigte sich über den deutlichen Umsatz-Ausblick überrascht. Für Richemont sei die Prognose für das Weihnachtsgeschäft ein starkes Statement. Verwaltungsrats-Präsident Johann Rupert trägt wegen seiner Zurückhaltung bei Prognosen den Beinamen „The Bear“. Patrick Hasenböhler von Sarasin äusserte Skepsis wegen der Dollarschwäche. Richemont erwirtschafte 38 % seines Umsatzes in Dollar, während nur 25 % der Kosten in der US-Währung faktoriert werden.

Auch bei den anderen Luxuskonzernen läuft es gut. Branchenführer LVMH konnte in den ersten neun Monate 2004 dank der Erholung im Tourismus neun Prozent mehr verkaufen und hat für das ganze Jahr eine wesentliche Steigerung des Betriebsgewinns in Aussicht gestellt. Bei Bulgari stiegen die Umsätze im dritten Quartal um gut zehn Prozent, während sich der Gewinn dank gestiegener Verkäufe hochmargiger Uhren um 50 % verbesserte. Bei Hermes fiel das organische Umsatzwachstum in dritten Quartal mit 4,4 % dagegen mager aus, was einige Analysten als Zeichen für ein Nachlassen der Erholung des Luxusgütermarktes gewertet hatten. Richemont ist mit knapp 19 % am Tabakkonzern British American Tobacco beteiligt.

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