Luxuskonzern
Safilo sucht Hilfe von Finanzinvestoren

Dunkle Aussichten haben die Manager des Edel-Brillenherstellers Safilo nicht nur bei einem Blick durch ihre Sonnenbrillen. Die Krise verdunkelt auch die Finanzlage des Luxuskonzern. Das Unternehmen braucht dringend einen Finanzinvestor, um nicht in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten.

MAILAND. Der italienische Edel-Brillenhersteller Safilo verhandelt nach Medienberichten über den Einstieg von Private-Equity-Fonds. Anlass ist die extrem hohen Schulden des börsennotierten Unternehmens aus Padua. Damit zeigt ein weiterer Luxushersteller, dass die Krise auch im oberen Preissegment ihre Spuren hinterlässt.

Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ sind Pai, CVC und Bain Capital an einer Kapitalerhöhung von Safilo interessiert. Das Unternehmen will wohl mit der Kapitalerhöhung ein ähnliches Schicksal wie das des Luxuskonzerns IT Holding verhindern. Wegen Zahlungsschwierigkeiten hat das Modeunternehmen, zu dem unter anderem die Marke Gianfranco Ferrè gehört, vor wenigen Wochen Gläubigerschutz beantragt. Und Ferretti, der Hersteller italienischer Edeljachten Ferretti – lange ein Aushängeschild für Luxus „made in Italy“ –, hatte die Zinszahlungen auf seine Schulden ausgesetzt.

Mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro ist das Familienunternehmen Safilo nach dem heimischen Konkurrenten Luxottica zweitgrößter Brillenhersteller weltweit und Nummer eins bei Luxusbrillen ab 200 Dollar. Giorgio Armani, Gucci, Dior und Hugo Boss gehören zu den Designhäusern, die ihre Brillen in Lizenz von dem norditalienischen Unternehmen herstellen lassen.

„Die Krise ist der Hauptgrund für die Probleme von Safilo“, sagt Elena Sottanella, Analystin der Abaxbank. Hohe Schulden sind schon lange ein Problem von Safilo, allein im vergangenen Jahr waren sie um 55 Mio. Euro auf 570 Mio. Euro gestiegen. „Aber Safilo war davon ausgegangen, dass man den Schuldenberg mit den laufenden Gewinnen abbauen kann“, erläutert die Analystin der Abaxbank. Doch wegen der Krise geht diese Rechnung nicht auf.

Sottanella nennt aber auch hausgemachte Fehler. So sei es ein Fehler gewesen, im vergangenen Jahr eine großzügige Dividende von 27 Mio. Euro auszuzahlen, die mehr als der Hälfte des Nettogewinns entsprach. Die Dividende kam vor allem dem Hauptaktionär, der Gründer-Familie Tabacchi zugute, die noch knapp 40 Prozent an Safilo hält. Ihr Anteil könnte laut „Sole 24 Ore“ durch die Kapitalerhöhung auf zehn Prozent sinken.

„Wir bewerten einen Einstieg von Private-Equity-Fonds positiv, wenn so die Schulden von Safilo restrukturiert werden“, sagt Simone Ragazzi, Analyst der Centrobanca. Zu den Anleihen gehört unter anderem ein kostspieliger High-Yield-Bond über 195 Mio. Euro, der 2013 ausläuft und für den Safilo jährlich 9,6 Prozent Zinsen zahlen muss. Insgesamt hat Safilo 2008 allein 49 Mio. Euro für Zinsen ausgegeben.

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