Luxusliner „Oasis“
STX France sichert sich Milliarden-Auftrag

Die französische Werft STX France wird den Luxusliner „Oasis“ bauen. Der Auftrag soll dem Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar einbringen. Es ist der erste Auftrag für die Werft seit zwei Jahren.
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ParisDer umkämpfte Auftrag für eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt geht nach Frankreich: Die Werft STX France im westfranzösischen Saint-Nazaire werde den 361 Meter langen und 47 Meter breiten Luxusliner vom Typ „Oasis“ für das US-Kreuzfahrtunternehmen Royal Caribbean International bauen, teilte STX am Freitag mit. Der Auftrag in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro sichert laut französischer Regierung mehr als zehn Millionen Arbeitsstunden für die Werft und ihre Zulieferer. Auch eine finnische Werft von STX hatte auf den Auftrag gehofft.

In Saint-Nazaire, wo 2100 Menschen direkt bei der Werft und 4000 weitere bei Zulieferern beschäftigt sind, war die Erleichterung groß. Denn in den vergangenen zwei Jahren hatte die Werft STX France keinen neuen Auftrag mehr an Land gezogen, ohne den Bau des neuen Kreuzfahrtschiffes wäre das Unternehmen vermutlich in Schwierigkeiten geraten. „Wir sind sehr zufrieden, die Konkurrenz mit Finnland war hart“, sagte STX-Generaldirektor Laurent Castaing dem Fernsehsender I-Tele.

Das riesige Kreuzfahrtschiff soll Mitte 2016 vom Stapel laufen. Außerdem sicherte sich STX France die Option auf den Bau eines zweiten Ozeanriesen bis Mitte 2018. Bei der 1861 gegründeten Traditionswerft in Saint-Nazaire, die schon berühmte Kreuzfahrtschiffe wie die „Queen Mary 2“ (2002) gebaut hat, war es zuletzt teilweise zu Kurzarbeit und bei einigen Zulieferern sogar schon zu Entlassungen wegen der schlechten Auftragslage gekommen.

Freude über den Auftrag herrschte daher auch bei der sozialistischen Regierung in Paris, deren Hauptziel es im nächsten Jahr ist, die unablässig steigende Arbeitslosigkeit in Frankreich in den Griff zu bekommen. Regierungschef Jean-Marc Ayrault sprach im Sender RTL von einer „Sauerstoffzufuhr“ und „viel Hoffnung“ für die Region sowie die französische Industrie insgesamt.

Finanzminister Pierre Moscovici und Außenhandelsministerin Nicole Bricq erklärten gemeinsam: „Dieser Vertrag von mehr als einer Milliarde Euro bedeutet mehr als zehn Millionen Arbeitsstunden in den nächsten drei Jahren für die Atlantikwerft und ihre Zulieferer.“ Sie bezogen sich damit auf den Auftrag für ein Schiff. Falls auch das zweite Kreuzfahrtschiff definitiv in Saint-Nazaire gebaut würde, kämen noch entsprechend Arbeitsstunden hinzu.

Die beiden ersten Kreuzfahrtschiffe vom Typ „Oasis", die „Oasis of the Seas" und die „Allure of the Seas", sind die weltweit größten Schiffe. Sie wurden 2009 und 2010 in Finnland ausgeliefert. Mit 2700 Kabinen und 16 Brücken ausgestattet können sie bis zu 5400 Passagiere und 2100 Besatzungsmitglieder aufnehmen. Sie sind mit unterschiedlichsten, teils spektakulären Freizeitangeboten ausgestattet, vom Wellenbad über Kletterwände bis hin zu Eislaufbahnen. Beide Schiffe sind in Florida in den USA beheimatet.

STX France gehört zu 66 Prozent zu STX Europe, einer Filiale der südkoreanischen STX Shipbuilding. Der französische Staat ist zu 33 Prozent an STX France beteiligt.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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