Luxusmarke an Ahlers verkauft
Baldessarini reicht Baldessarini postwendend weiter

Am Mittwoch hatte Werner Baldessarini die nach ihm benannten Luxus-Modemarke von seinem ehemaligen Arbeitgeber Hugo Boss übernommen. Er blieb jedoch nur einen Tag lang Herr über seinen Namen. Am Donnerstag hat er die Marke an den Herrenausstatter Ahlers weiterverkauft. Das Unternehmen hat große Pläne.

HB DÜSSELDORF. Wie das Düsseldorfer Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kauft Ahlers alle Anteile an der Baldessarini GmbH & Co. KG sowie sämtliche Rechte an der Marke „Baldessarini“ mit Ausnahme derer für das Duftgeschäft. Der Kaufpreis liege zwischen 6 und 9 Mill. Euro und sei teilweise in Abhängigkeit vom künftigen Umsatz zu bezahlen, teilte das westfälische Unternehmen mit.

Der frühere Hugo-Boss-Chef Baldessarini hatte erst am Tag zuvor nach langwierigen Verhandlungen die von ihm selbst geschaffene und nach ihm benannte Luxus-Modemarke übernommen. Die Firma sollte Anfang September in den Besitz des Österreichers übergehen. Über den Kaufpreis hatten Boss und Baldessarini Stillschweigen vereinbart.

Der amtierende Boss-Chef Bruno Sälzer hatte seit Januar nach einem Käufer für die Marke „Baldessarini“ gesucht, weil die Herrenmode-Marke seiner Ansicht nach mit zuletzt 17 Mill. Euro Jahresumsatz zu klein für den schwäbischen Modekonzern ist. Nach Auslieferung der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2007 sollte die Marke eingestellt werden. Das Geschäft mit „Baldessarini“-Düften führt Boss in Eigenregie weiter.

„Baldessarini ist eine internationale Marke mit einem Riesenpotenzial“, sagte Vorstandschefin Stella Ahlers am Freitag. Doch damit sei das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. „Wir waren und sind weiter auf der Suche nach Komplettanbietern“, betonte sie. Wichtig sei dabei das internationale Flair einer Marke. Ahlers ist die Enkelin des Firmengründers und steht seit einem Jahr an der Spitze der ostwestfälischen Firma.

Ahlers zeigte schon vorher Interesse

Ahlers hatte bereits vorher als Interessent an der Marke gegolten. Berichten zufolge war neben Ahlers auch der frühere Adidas-Chef Robert Louis Dreyfus an der Edelmarke interessiert.

Das nötige Geld für die Umsetzung der Expansionspläne, bei der Ahlers auch Polen, Russland und China im Visier hat, holte sich die Firmenchefin durch den Verkauf des Hemdenherstellers Eterna im Frühjahr. Für 120 Mill. Euro ging die Traditionsmarke an einen Finanzinvestor.

Ahlers sieht sich mit Marken wie „Pierre Cardin“ oder „Otto Kern“ als zweitgrößten Herrenausstatter in Europa hinter Hugo Boss. Das Unternehmen hatte im vergangenen Geschäftsjahr nach drei Minusjahren wieder Umsatzzuwächse verzeichnet. Auch im laufenden Geschäftsjahr (zum 30. November) will Ahlers zulegen. Im Halbjahr verbuchte die Firma Umsätze von 158 (Vorjahr 154,7) Mill. Euro und einen Gewinn von 6,3 (5,8) Mill. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%