Luxusmarken
VW will Bugatti rentabel machen

Um die steigende Zahl reicher Kunden zu bedienen, werben Autobauer wie BMW, Daimler und VW mit ihren Luxusmarken Rolls-Royce, Maybach und Bentley. VW investiert nun in die Edelmarke Bugatti.

Frankfurt/MolsheimDer legendäre, später an finanziellen Problemen gescheiterte Automobilenthusiast Ettore Bugatti hatte ein passendes Motto: "Nichts ist zu schön, nichts ist zu teuer." Entsprechend sahen seine Autos aus. Geschosse wie der Rennwagen Typ 35 oder die gewaltige Limousine Royale sorgten für Aufsehen.

Der wirtschaftliche Erfolg blieb beim bis zu 6,35 Meter langen Royale aus - die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre machte Bugatti einen Strich durch die Rechnung. Heute zahlen Sammler für eine der sechs gebauten Limousinen zweistellige Millionenbeträge.

Passenderweise war es Volkswagens PS-besessener Patriarch Ferdinand Piëch, der 1998 fast 90 Jahre nach der Gründung die Marke Bugatti neu belebte und seit 2005 im Schlosspark von Bugatti im elsässischen Molsheim wieder Autos von Hand bauen lässt.

Die Investitionen in die Molsheimer Manufaktur und das erste Bugatti-Modell der VW-Ära, den 1001-PS- starken Veyron, haben viel Geld verschlungen. Gewinn wird der Hersteller von Golf und Polo mit Bugatti wohl nie machen.

Bugatti soll rentabel werden

Doch das ist gar nicht die Rolle der edelsten Automarke der Welt, sagt der neue Chef. "Meine Aufgabe ist, mit Bugatti ein ausgeglichenes Ergebnis zu erarbeiten und unsere Kenntnisse der neuen Technologien dem Konzern zur Verfügung zu stellen", sagte Wolfgang Dürheimer, Chef der VW-Luxusmarken Bentley und Bugatti dem Handelsblatt. "Wir sind im weltweiten Wettbewerb ein Aushängeschild für den Konzern." Sein Ziel sei es aber, sicherzustellen, dass Bugatti die Entwicklung eines neuen Modells selbst aus den laufenden Einnahmen finanzieren kann. Bisher muss VW vorschießen.

Damit sich das ändert, plant Dürheimer ein neues Modell - die mehr als fünf Meter lange Reiselimousine Galibier, benannt nach einem Alpenpass und einer Variante des Type 57, den Ettore Bugattis Sohn Jean entwickelt hatte. Statt nur 300 Stück wie vom Supersportwagen Veyron zu bauen, liebäugelt Dürheimer mit einer größeren Anzahl. Nachdem er intern Geschäftsmodelle zwischen 500 und 1500 Einheiten durchrechnen ließ, könnten es Branchenkreisen zufolge am Ende sogar 3.000 Autos werden - für Bugatti eine gewaltige Zahl.

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