Luxusmode-Hersteller
Escada bringt Rettungspaket auf den Weg

Es ging nicht anders: Escada hat ein Rettungspaket auf den Weg gebracht. Der angeschlagene Luxusmode-Hersteller kann laut eigener Aussage nur so wieder solide aufgestellt werden. Dabei ist gerade das Sparen in der Modebranche äußerst gefährlich.

HB MÜNCHEN. „Für das Überleben der Gesellschaft sind neben der Deckung des Liquiditätsbedarfs in Höhe von rund 30 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr eine signifikante Reduzierung der Verschuldung und die Absicherung der mittel- bis langfristigen Konzernfinanzierung notwendig“, hieß es.

Dafür will das Unternehmen, dessen Kollektionen seit längerem bei den Kundinnen nicht gut ankommen und vielfach als zu altbacken gelten, mehrere Punkte umsetzen. Eine Finanzspritze soll im Sommer 30 Mio. Euro in die Kasse spülen. Die Tchibo-Miteigner und Escada-Großaktionäre Wolfgang und Michael Herz wollen davon 20 Mio. Euro tragen.

Voraussetzung: Sie werden von der Pflicht befreit, ab einer Beteiligungshöhe von 30 Prozent ein Angebot an alle übrigen Aktionäre machen zu müssen. Diese Sonderregelung war zuletzt dem Medienmogul Rupert Murdoch bei Premiere eingeräumt worden, weil die Bonner Aufsichtsbehörde BaFin den Pay-TV-Sender als Sanierungsfall eingestuft hatte. Escada hatte bereits vergangenen Sommer durch die Ausgabe neuer Aktien 50 Mio. Euro eingenommen. Allerdings belief sich der Verlust im Geschäftsjahr 2007/08 auf mehr als 70 Mio. Euro, weswegen nun neue Maßnahmen nötig werden.

Einen Beitrag zur Sanierung verlangt der Modekonzern von seinen Gläubigern: So soll die 2005 begebene und im April 2012 zur Rückzahlung fällige, 200 Mio. Euro schwere Anleihe umstrukturiert werden. Die Gläubiger sollen auf einen „signifikanten“ Teil ihrer Gelder verzichten und einer Verlängerung der Laufzeit zustimmen. Ferner wird mit den kreditgebenden Banken verhandelt.

Bekannt ist zudem seit längerem, dass Escada-Chef Bruno Sälzer den Konzern radikal umbauen will. Zum Verkauf stehen Vermögenswerte und die verlustreiche Tochter Primera mit Marken wie Laurel. Die Kosten sollen gedrückt und Geschäftsprozesse automatisiert, die Kollektionen moderner und sportlicher werden.

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