Machtfülle bei Daimler-Chrysler für Zetsche
Cordes geht im Zorn

Die neue Ära bei Daimler-Chrysler beginnt früher als erwartet: Dieter Zetsche packt bereits in diesen Tagen seine Koffer und kommt nach Stuttgart. Der designierte Vorstandschef feiert damit einen Doppelsieg über seinen langjährigen Rivalen Eckhard Cordes. Bei der Suche nach einem Nachfolger für die Pkw-Sparte hat indes ein weiterer Kandidat abgewinkt.

HB STUTTGART. Nach VW-Manager Wolfgang Bernhard, Linde-Boss Wolfgang Reitzle und GM-Manager Carl-Peter Forster dementierte auch Ex-Mercedes-Chef Jürgen Hubbert Spekulationen, er könnte neuer Chef der Mercedes Car Group werden. „An dem Gerücht ist nichts dran“, sagte Hubbert dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche wird den Chefsessel der wichtigsten Konzerntochter nach Informationen aus Unternehmenskreisen wohl für mindestens ein Jahr einnehmen.

Der Aufsichtsrat hatte den 52-jährigen Chrysler-Boss in höchster Not aus seinem Alaska-Urlaub nach Deutschland zurückbeordert, um die lästige Führungskrise bei Mercedes zu beenden. Wie aus dem Gremium zu hören ist, werde Zetsche nicht nur einige Monate, sondern ein Jahr oder länger an der Mercedes-Spitze bleiben. Dies sei als Zeichen der Kontinuität zu verstehen.

Den Auslöser des Schlamassels, Eckhard Cordes (54), schickten die Kontrolleure am Donnerstag auf eigenen Wunsch in die Wüste. Der Sanierer, der erst im vorigen Oktober von Jürgen Hubbert die Leitung der angeschlagenen Mercedes Car Group übernahm, hatte seine Niederlage um die Schrempp-Nachfolge als Demütigung empfunden und den Aufsichtsrat um die Auflösung seines Vertrages gebeten.

Zetsche feiert damit einen Doppelsieg über seinen langjährigen Rivalen Cordes. Wäre dieser Mercedes-Chef geblieben, hätte Zetsche wohl einen ständigen Widersacher im Konzernvorstand gehabt. Obwohl beide in den vergangenen Jahrzehnten parallel im Konzern Karriere machten, sind sie sich nach Einschätzung von Insidern menschlich fremd geblieben. "Es hätte nichts gebracht, wenn sie sich permanent in den Haaren liegen und gegenseitig blockieren", sagt Analyst Robert Heberger von der Privatbank Merck Finck.

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