Machtkampf beim Schweizer Technologiekonzern – Kölner Werk steht vor massiven Umstrukturierungen
Unaxis wird zum Spielball der Investoren

Der Machtkampf um den Schweizer Technologiekonzern Unaxis wird heute einen Höhepunkt erreichen: Bei der Generalversammlung des Unternehmens in Luzern stehen sich die neuen Großaktionäre um den österreichischen Industriellen Mirko Kovats und die ehemaligen Haupteigentümer um die schweizerische Familie Bührle gegenüber.

LUZERN. Beide Gruppen wollen die Geschicke von Unaxis künftig bestimmen – was davon ablenkt, dass der Konzern selbst in einer tiefen Krise steckt. Auch der Aktienkurs, der seit Jahresbeginn um 55 Prozent gestiegen ist, sagt nichts darüber aus, wie es Unaxis tatsächlich geht, sondern bildet nur die Erwartungen von Aktionären ab, die auf ein Übernahmeangebot spekulieren.

Vor mehr als vier Jahren hatte sich Oerlikon-Bührle – ein Industriekonglomerat, das einst vom Schuhfabrikanten Bally bis zur Rüstungsschmiede Oerlikon-Contraves reichte – in Unaxis umbenannt. Damit sollte ein Strategiewechsel und finanziell der Aufbruch zu neuen Ufern dokumentiert werden.

Die Realität sieht anders aus: Die knapp 7 000 Mitarbeiter von Unaxis, unter ihnen 1 500 bei Leybold Vacuum in Köln, haben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro einen Verlust von knapp 250 Mill. Euro eingefahren. Dabei rächte es sich, dass das ehemalige Unaxis-Management in das zyklische Geschäft mit Halbleitern und Flachbildschirmen eingestiegen war: Viel zu teuer hatte der jetzt abtretende Verwaltungsratspräsident Willy Kissling die Schweizer Esec, die Montageautomaten für Halbleiter herstellt, gekauft.

Nun will sich Unaxis aus dem IT-Markt wieder verabschieden und auf das besinnen, was man besser versteht – Vakuumtechnik, wie sie in Köln betrieben wird, und Beschichtungen, wie sie die Unaxis-Tochter Balzers herstellt. Auch hier sind allerdings Veränderungen nötig. Die Kölner werden nach Auskunft des derzeitigen Konzernchefs Harald Eggers um eine größere Umstrukturierung nicht herum kommen. Der IT-Bereich soll in eine eigene Gesellschaft überführt und nach Möglichkeit verkauft werden.

Seite 1:

Unaxis wird zum Spielball der Investoren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%