Machtkampf entschieden - Schrempp bleibt
Hubbert bleibt Mercedes-Chef

Der Aufsichtsrat der Daimler-Chrysler AG, hat im Anschluss an seine Sitzung in New York seine volle Unterstützung für die Unternehmenstrategie und den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp bekräftigt. Das Gremium trage die strategische Ausrichtung des Konzerns in vollem Umfang mit, teilte der Aufsichtsrat am Donnerstag mit.

HB NEW YORK/STUTTGART. Der Machtkampf bei Daimler-Chrysler ist entschieden: Der nach dem Rückzug beim japanischen Partner Mitsubishi unter Beschuss geratene Vorstandschef Jürgen Schrempp bleibt an der Spitze des Stuttgarter Autokonzerns. Der Aufsichtsrat stärkte ihm am Donnerstag auf einer Sitzung in New York den Rücken.

Die strategische Ausrichtung werde in vollem Umfang mitgetragen, erklärte das Gremium. Völlig überraschend aber entschieden die Aufsichtsräte, dass Vorstandsmitglied Wolfgang Bernhard nicht Chef der Mercedes Car Group wird. Jürgen Hubbert bleibe bis auf weiteres auf diesem Posten. Die Börse reagierte auf die Personalentscheidungen nur unwesentlich.

Der 59-jährige Schrempp war wegen seiner Strategie der Welt AG mit den Problemfällen Mitsubishi und Chrysler in den vergangenen Wochen von Aktionärsvertretern heftig attackiert worden. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung hielt es der Aufsichtsrat für geboten, in seiner heutigen Sitzung erneut deutlich zu machen, dass er die strategische Ausrichtung des Unternehmens in vollem Umfang mitträgt“, hieß es im Wortlaut der Aufsichtsratsmitteilung. Schrempps Vertrag war erst vor rund drei Wochen bis 2008 verlängert worden.

Die Nichtberufung von Bernhard (43), der offiziell am Samstag (1. Mai) die Verantwortung für die Ertragsperle Mercedes übernehmen sollte, begründete Hubbert (64) gegenüber der Deutschen Presse- Agentur mit erheblichen Differenzen über die strategische Ausrichtung. „In den letzten Monaten hat es sehr gravierende Auffassungsunterschiede über die Zukunft der Mercedes Car Group gegeben“, sagte Hubbert.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Konzerbetriebsratschef Erich Klemm begrüßte die Entscheidung gegen Bernhard als Mercedes-Chef. Es hätten sich in letzter die Bedenken gemehrt, dass Bernhard zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern fähig sei, erklärte eine Sprecherin Klemms in Sindelfingen. Wie die Nachrichteagentur DPA erfuhr, hätten sich nicht nur bei den Arbeitnehmer-Vertretern, sondern auch bei der Kapitalseite die Bedenken gegen den designierten Mercedes-Chef gemehrt.

Seite 1:

Hubbert bleibt Mercedes-Chef

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%