Machtkampf mit VW
Wiedeking will Porsche mit Kapitalerhöhung retten

Der Countdown läuft. Im Autodrama um die Zukunft von Volkswagen und Porsche hat der vorläufig letzte Akt begonnen. Mit dem Plan einer fast kompletten Entschuldung in der Tasche bietet der Sportwagenbauer Europas größtem Autokonzern vor der Schicksalsentscheidung die Stirn. Auch Gerüchten um ein Aus für Porsche-Chef Wiedeking wurde mit Vehemenz begegnet.

MÜNCHEN/HAMBURG. Der erbitterte Machtkampf zwischen Volkswagen und Großaktionär Porsche kennt rhetorisch kaum noch Tabugrenzen – der Ausgang ist aber weiter offen. Sowohl in Kreisen der Familie Porsche als auch der Familie Piëch hieß es gestern, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Zumindest der formale Rahmen für eine Lösung steht: Den Volkswagen-Aufsehern flatterte gestern die Einladung zu einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates ins Haus. Sie soll nächste Woche Donnerstag in der Höhle des Löwen stattfinden – der Porsche-Heimat Stuttgart. Da im Anschluss die Räte der Porsche-Holding (SE) tagen, wäre eine kurzfristige Einigung theoretisch möglich. Inhaltlich sieht es allerdings nicht danach aus.

Gestern beschimpften sich Porsches Betriebsratschef Uwe Hück und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit harten Worten. Ein Porsche-Sprecher wies Meldungen um einen Rücktritt von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking umgehend als „Mobbing“ und „Medienkrieg“ zurück. Ein Vertrauter von Wiedeking-Kontrahent und VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch sieht eine andere Reihenfolge: „Piëch sieht erst zu, dass er gewinnt, dann organisiert er die Siegesfeier.“

Die Stuttgarter wollen nach Hücks Worten „bis zum Äußersten“ um ihre Eigenständigkeit kämpfen. Trotz der offenen Aufforderung zur Annahme der VW-Offerte bleiben sie hart. Das Angebot zur Übernahme von 49 Prozent der Anteile an der Porsche AG kommt nicht zur Abstimmung auf die Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung der Porsche SE am Donnerstag, hieß es in Stuttgart. Stattdessen soll an einer Kapitalerhöhung der Eigentümerfamilien der Porsche-Holding unter Beteiligung des Emirates Katar in Höhe von bis zu fünf Mrd. Euro gearbeitet werden.

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