Machtkampf
Opel-Poker: Politiker erhöhen Druck auf GM

Im Bieterwettbewerb um Opel hat die deutsche Politik vor einer heutigen Verwaltungsratssitzung des Mutterkonzerns General Motors (GM) noch einmal die Gangart verschärft. Politiker von CDU und SPD haben den Druck auf GM erhöht – das Ringen um die Zukunft von Opel wird damit zu einem offenen Machtkampf zwischen Deutschland und den USA.

FRANKFURT. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier führte ein Krisentelefonat mit GM-Boss Fritz Henderson, die CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch aus Hessen und Dieter Althaus aus Thüringen erhöhten ebenfalls den Druck auf GM. Die deutsche Seite dringt auf eine rasche Festlegung auf den austro-kanadischen Zulieferer Magna als Opel-Käufer und steckt unmissverständlich ihre Position ab, bevor heute der neu formierte GM-Verwaltungsrat erstmals über die Opel-Interessenten beraten wird.

Das Ringen um die Zukunft von Opel wird damit zu einem offenen Machtkampf zwischen Deutschland und den USA. Mehrere deutsche Spitzenpolitiker betonten, nur Magna als neuen Opel-Investor akzeptieren zu wollen, nicht aber den von GM favorisierten Finanzinvestor RHJ International (RHJ). Laut „Bild“-Zeitung stellte Steinmeier in seinem Gespräch mit Henderson klar, dass es Staatsbürgschaften nur für einen Investor gebe, der langfristig bei Opel einsteige und die Arbeitsplätze garantiere.

Heute kommt in den USA der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat des Opel-Mutterkonzerns GM zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei soll auch über Opel beraten werden. Nach einem monatelangen Bieterverfahren für Opel sind inzwischen nur noch Magna und RHJ im Rennen um den Rüsselsheimer Autobauer.

Da jeder Opel-Verkauf aber von der Opel-Treuhand abgesegnet werden muss, in der Deutsche und Amerikaner das gleiche Stimmrecht haben und beide Investoren auf milliardenschwere Staatsgarantien setzen, besteht ein Zwang zum Konsens. Laut Branchenkreisen sind am Dienstag erneut getrennte Gespräche mit den zwei Opel-Interessenten in Berlin geplant, auf denen diese zu weiteren Zugeständnissen bewegt werden sollen.

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