Machtkampf
Porsche rüstet zum letzten Gefecht

Der Sportwagenhersteller Porsche wehrt sich verzweifelt gegen eine Übernahme durch den VW-Konzern. Vorstandschef Wendelin Wiedeking warb am Sonntag bei den Eigentümerfamilien erneut für den Einstieg des Emirates Katar, um die Eigenständigkeit von Porsche zu erhalten. Auch die Beschäftigten machen mobil: Betriebsratschef Uwe Hück plant massive Proteste gegen die drohende VW-Übernahme.

fas/hz/mcs/pm MÜNCHEN/STUTTGART. Der Sportwagenhersteller Porsche wehrt sich verzweifelt gegen eine Übernahme durch den VW-Konzern. Am Wochenende warb Vorstandschef Wendelin Wiedeking bei den Eigentümerfamilien erneut für den Einstieg des Emirates Katar, um die Eigenständigkeit von Porsche zu erhalten. Auch die Beschäftigten machen mobil. Betriebsratschef Uwe Hück plant massive Proteste gegen die drohende VW-Übernahme.

Trotz wiederholter Rücktrittsgerüchte blieb Wiedeking am Wochenende noch im Amt. In Unternehmenskreisen gilt es als sicher, dass er nicht vor der Aufsichtsratssitzung am kommenden Donnerstag seinen Posten räumen wird. Porsche dementierte erneut, dass Produktionsvorstand Michael Macht Wiedeking ablösen werde.

Ein schnelles Ende des Machtkampfs zwischen Porsche und VW ist damit noch nicht in Sicht. Noch immer haben die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch keine Einigung über die Zukunft Porsches verkündet. Verhandlungskreisen zufolge ist jedoch das Angebot Volkswagens, in zwei Schritten Porsche vollständig zu übernehmen, eindeutig im Vorteil. „Einen schnellen Durchmarsch wird es aber nicht geben“, heißt es in Porsche-Unternehmenskreisen.

Die Politik ist offenbar erleichtert über ein mögliches Ende des Machtkampfs. „Der Fall Porsche zeigt aber, dass es offensichtlich immer Lösungen auch außerhalb von staatlichen Hilfen geben kann“, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dem Handelsblatt, der die Verhandlungen jedoch nicht weiter kommentieren wollte.

Die Entscheidung rückt näher

Diese Woche

Am Donnerstag könnten die Würfel in dem Machtkampf fallen. In Stuttgart trifft erst der VW-Aufsichtsrat, dann der Porsche-Aufsichtsrat zusammen. Laut Tagesordnung will Porsche nur über das Angebot Katars beraten, einen Teil der Porsche-Holding zu übernehmen. Das VW-Angebot ist angeblich nur ein „Informationspunkt“.

Nächste Woche

Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch kann den Katar-Plan zu Fall bringen. Bereits nächste Woche tagt der Porsche-Aufsichtsrat erneut. Dann bleibt nur noch die VW-Offerte.

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