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Machtkampf: Porsche versus Volkswagen: So sehen Sieger aus

Ferdinand Piëch gewinnt den Kampf Porsche gegen Volkswagen. Ausgerechnet die Präsentation des neuen VW-Polo nutzt der Machtmensch, um mit seinen Gegnern abzurechnen.

PORTO CERVO. Piëch scherzt, Piëch parliert, Piëch plaudert. Ausgerechnet der Mann der knappen Sätze, der fanatische Autokonstrukteur, der sonst jedem smarten Smalltalk, jedem leichten Partygespräch aus dem Wege geht, sitzt an diesem Montagabend in einem mit Stroh bedeckten Pavillon des Fünf-Sterne-Hotels "Romazzino" im Norden Sardiniens und unterhält die ganze Runde.

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Vor ihm steht ein Teller Risotto mit Venusmuscheln, neben ihm sitzt seine Frau Ursula, deren Unterarm er zwischendurch tätschelt. Auf der anderen Seite speisen der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn und Betriebsratschef Bernd Osterloh. Doch sie wirken hier nur wie Statisten - bei einer Feier, die ihm wohl allein gebührt: Ferdinand Piëch, dem Volkswagen-Aufsichtsratschef, dem Herrscher über die Reiche Volkswagen und Porsche.

"Ihr braucht uns nur am Tisch sitzen zu sehen, dann wisst ihr alles", ruft er den umsitzenden Journalisten zu. Und es braucht wirklich nicht mehr, um zu erkennen: Ferdinand Piëch hat es wieder mal geschafft. Er sieht wie der Sieger aus, und das hier ist so etwas wie seine vorgezogene Feier.

Piëch hat die Schlacht zwischen Volkswagen und Porsche offenbar zu seinen Gunsten entschieden und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking eine Niederlage beschert. Der Sportwagenbauer aus Stuttgart-Zuffenhausen hat sich mit seinen Plänen, Europas größten Autohersteller aus Wolfsburg zu übernehmen und so die eigenen Schuldenprobleme zu lösen, verhoben.

Statt dessen soll es künftig einen "integrierten Automobilkonzern" geben, in dem Porsche und Volkswagen vereint wären. Wie das genau organisiert werden soll, ist noch offen. Anfang Juni sollen alle Fragen beantwortet sein.

Fest steht nur so viel: An Piëchs Vorstellungen kommt niemand mehr vorbei. Und das feiert der Mann Anfang dieser Woche ausgerechnet auf Sardinien. Hier will Volkswagen eigentlich seinen neuen Polo präsentieren. Mitten in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten bringt der Konzern seinen neuen Kleinwagen auf den Markt - ein schwieriges Unterfangen.

Doch ausgerechnet dieser Standardtermin für einen maximal 105 PS starken Wagen wird überraschend zu einer Triumphveranstaltung und zu einer harten Abrechnung mit dem Gegner.

Porsche müsse erst mal seine Schuldenprobleme in den Griff bekommen, bevor irgendwelche Entscheidungen über einen integrierten Autokonzern mit Volkswagen getroffen werden könnten, sagt Piëch. Der Konzern kämpft mit einer Schuldenlast von neun Milliarden Euro. Für gut drei Milliarden muss Porsche binnen weniger Monate eine neue Finanzierungsquelle finden.

Doch auch wenn das erledigt sei, bräuchte sich Porsche-Chef Wiedeking keine großen Hoffnungen auf einen Spitzenposten in dem neuen Unternehmen zu machen. Noch habe er zwar sein Vertrauen, räumt Piëch ein. "Das Noch können Sie streichen", schiebt er nach. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sei "der Bessere".

Piëch hat in der Vergangenheit mit knappen Andeutungen schon ganz anderen Managerkarrieren ein Ende bereitet. Zuletzt musste Bernd Pischetsrieder Anfang 2007 seinen Sessel räumen, nachdem Piëch Zweifel angemeldet hatte, ob der Volkswagen-Chef noch das Vertrauen der Mitarbeiter habe.

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