Machtkampf um Volkswagen
Porsche geht auf Schmusekurs zu VW

VW-Großaktionär Porsche will die Zweifel am Erfolg der bevorstehenden VW-Übernahme zerstreuen: Im Machtkampf um den Wolfsburger Autokonzern ist der Sportwagenhersteller einen Schritt auf das VW-Management zugegangen. Derweil wird Baden-Württemberg heute aller Voraussicht nach auf einen Antrag gegen das VW-Gesetz verzichten.

FRANKFURT. Nach Informationen des Handelsblatts hat sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in kleiner Runde ausdrücklich hinter das Team um VW-Chef Martin Winterkorn gestellt und die gute Zusammenarbeit mit dem Management in Wolfsburg betont. „Wir arbeiten eng mit dem VW-Management zusammen“, sagte der Porsche-Boss, wie das Handelsblatt gestern erfuhr. „Ich habe einen guten Draht zu Herrn Winterkorn, mit dem ich mich regelmäßig treffe und telefoniere. Da ist kein Graben zwischen uns.“

Der Sportwagenbauer versucht damit offensichtlich, die Wogen im Kampf um die Macht in Wolfsburg zu glätten und Zweifel am Erfolg der anstehenden VW-Übernahme zu zerstreuen. Experten gehen davon aus, dass auch ein Einzug von Winterkorn in den Vorstand der Porsche SE, die die Beteiligung an Porsche und VW bündelt, damit nur noch eine Frage der Zeit sei.

VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch hatte am vergangenen Freitag für einen Eklat gesorgt, als er gegen die Stimmen der eigenen Familie einen Antrag der Arbeitnehmer passieren ließ. Bis Ende November will Porsche die Mehrheitsübernahme vollzogen haben.

Die VW-Aktie schoss gestern unterdessen auf neue Höchststände. In der Spitze klettere das Papier um 27 Prozent auf das Rekordhoch von 305 Euro. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Dax-Wert schon einmal mehr als 25 Prozent gestiegen ist“, sagte Auto-Analyst Frank Schwope von der NordLB. Die Wolfsburger waren damit mit weitem Abstand klarer Tagesgewinner im Deutschen Aktienindex. Innerhalb von wenigen Handelstagen legten die Titel des Autokonzerns damit in der Spitze 51 Prozent zu. Über die Gründe dafür herrschte Rätselraten. Am Markt wurden verschiedene Ursachen diskutiert, unter anderem, dass Investoren mit Leerverkäufen auf eine fallende VW-Aktie gesetzt hätten und sich nun eindecken müssten. „Was letztlich wirklich dahinter steckt – keine Ahnung“, sagte ein Händler.

Seite 1:

Porsche geht auf Schmusekurs zu VW

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%