Machtkampf verloren

Schaeffler-Boss Geißinger geht sofort

Der fränkische Autozulieferer und Conti-Großaktionär Schaeffler sucht einen neuen Chef. Und zwar nicht wie spekuliert erst Ende nächsten Jahres, sondern ab sofort. Denn: Jürgen Geißinger verlässt das Familienunternehmen.
Update: 04.10.2013 - 11:19 Uhr 7 Kommentare
Jürgen Geißinger soll das Unternehmen offenbar „in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung verlassen“. Quelle: dpa

Jürgen Geißinger soll das Unternehmen offenbar „in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung verlassen“.

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DüsseldorfDer fränkische Industriekonzern verliert mit sofortiger Wirkung, seinen Chef. Nach 15 Jahren verlässt Jürgen Geißinger das Familienunternehmen, das in dieser Zeit einen steilen Aufstieg genommen hat. Das Verhältnis zu den Eigentümern Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg F.W. ist zerrüttet. Das Führungschaos ist perfekt, weil der Wunschnachfolger für den Chefposten, Klaus Deller, von seinem aktuellen Arbeitgeber Knorr-Bremse offenbar blockiert wird. So muss interimsmäßig Schaeffler-Finanzchef Klaus Rosenfeld die Verantwortung übernehmen.

Über die bevorstehende Ablösung hat vor allem das „Manager Magazin“ immer wieder spekuliert. Er sei „kein Mann der Zukunft“, verbreitete das Blatt mit Bezug auf Maria-Elisabeth Schaeffler. Das sei der Grund, warum die Matriarchin und ihr Sohn nun früher als ursprünglich geplant eine Entscheidung über die Vertragsverlängerung Geißingers (er läuft bis Ende 2014) getroffen hätten, heißt es aus Kreisen.

Der Aufsichtsrat der Schaeffler-Gruppe hat am Freitagmorgen beschlossen, den Vorstandsvertrag von Geißinger nicht zu verlängern. Die Entscheidung sei in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt, teilte Schaeffler mit.

Gleichzeitig sollen die Gesellschafter den Weg bereiten, um die Schaeffler Gruppe und ihre Führung für die Zukunft neu auszurichten. Bis zur Bestellung eines Nachfolgers werde Klaus Rosenfeld den Vorstandsvorsitz der Schaeffler AG zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Finanzvorstand übernehmen.

Den Finanzexperten hatte Geißinger von der Dresdner Bank geholt. Rosenfeld konsolidierte die Schulden, die nach der teuren Übernahme der Continental AG aufgelaufen waren und die immer noch die Möglichkeiten der Gruppe aus Herzogenaurach einschränken. Geißinger hatte sich um die Aufnahme neuer Investoren gekümmert. Rosenfeld genießt den Kreisen zufolge das „das volle Vertrauen“ der Familie Schaeffler, er bringe die nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, das Unternehmen in der Übergangsphase zu führen.

„Wir haben keine Managementprobleme“
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7 Kommentare zu "Machtkampf verloren: Schaeffler-Boss Geißinger geht sofort"

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  • Erstens war Jürgen Geißinger nicht alleine für die "verkorkste Conti-Übernahme" verantwortlich, da hatten noch einige mehr ihre Finger im Spiel, die sich allerdings immer nur dann einschalten, wenn es irgendwo Loorbeeren zu holen gibt. Wird die Aktion von damals kritisiert, ist aber wieder alles ganz schnell alleine Geißingers Schuld. Und letzten Endes ist die Aktienübernahme gelungen, weil wenn man sich ansieht, dass die Aktien um rund 70% gestiegen sind, dann war die Entscheidung aus heutiger Sicht ja garnicht mal soo schlecht, oder?

  • Was für ein Schwachkopf! Für die verkorkste Conti-Übernahme im Jahr 2009 hat er und auch sie unbeteiligte Schaeffler MA vom Hof gejagt als wäre nichts gewesen. Frau Schaeffler können Sie das eigentlich mit Ihrem Gewissen vereinabren? Wie wollen Sie das einigermassen wieder in Ordnung bringen, oder ist Ihnen das alles egal?

  • Bosch hat ganz andere Sorgen - ehrenvoll den Looser Fehrenbach los zu werden.

  • Das benachbarte - und befreundete - Unternehmen Rexroth müsste ähnlich reagieren.

    Null Erfolg = Null Zukunft für den völlig erfolglosen CEO - Tragl.

  • Schade, der Mann war enorm fähig undf weitsichtig (trotz der einen Panne, für die er nichts konnte). Wahrscheinlich konnte Madame im Pelz den nicht mehr ertragen. Sohnemann, völlig unfähig und gerne in USA aussendraussen gelassen, muß nun auch ins Spiel gebracht werden.

  • CFO sorgt und kontrolliert für die Ausgabengrenze. Und dies ist die "alternativlose" Strategie von Frau Schäffler. Der CEO darf auch nicht mehr , also ist er eigentlich überflüssig.Noch Fragen ?

  • CFO und CEO zur gleichen Zeit? In der Theorie soll der eine doch auf den anderen aufpassen. Da wird wohl einer in Interessenkonflikte kommen...

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