Macitentan
Actelion hofft auf Medikament

Von der Entwicklung des Medikaments Macitentan hängt alles ab. Sollte sie schief gehen, kündigt der Chef des Schweizer Biotechnologie-Konzern weitreichende Konsequenzen an.
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Der Schweizer Biotechnologie-Konzern Actelion macht seine Zukunft vom Erfolg seines größten Hoffnungsträgers abhängig. Investor-Relations-Chef Roland Haefeli schließt auch eine Besitzerwechsel von Europas Branchenführer nicht aus, wenn die Entwicklung des Medikaments Macitentan scheitert. „Sollte Macitentan nicht erfolgreich sein, dann sind alle strategischen Optionen möglich, bis zu einem Verkauf“, sagte er der Schweizer Zeitung „Der Sonntag“.

Macitentan soll das Lungenmedikament Tracleer ablösen, das 85 Prozent zum Actelion-Umsatz beiträgt und im Jahr 2015 den Patentschutz verliert. Mehr Aufschluss über Macitentans Chancen sollen die Ergebnisse klinischer Tests bringen, die für das dritte Quartal sowie Ende 2011 beziehungsweise Anfang kommenden Jahres erwartet werden.

Haefeli sagte, im Falle eines Fehlschlags würden die Umsätze des Unternehmens von 2015 an einbrechen. „Dann gibt es wahrscheinlich nicht genug Geld, um die weitere Produktentwicklung zu finanzieren“, machte er deutlich. Verwaltungsratspräsident Robert Cawthorn hatte sich bereits im April für eine Übernahme offen gezeigt. Sollte für Actelion ein akzeptables Angebot gemacht werden, würde dieses auf jeden Fall geprüft, sagte er in einem Reuters-Interview. Nach Auffassung mancher Analysten ist ein Verkauf allerdings unwahrscheinlich, bevor Klarheit über Macitentan herrscht.

Dem Hedgefonds Elliott Advisors, mit gut sechs Prozent Großaktionär von Actelion, ist die Abhängigkeit von dem Hoffnungsträger ein Dorn im Auge. Er unterstrich zuletzt die Vorteile eines raschen Verkaufs für die Anteilseigner. Auf der Generalversammlung Anfang Mai scheiterte Elliott allerdings mit dem Versuch, mehr Einfluss auf die Geschäftsführung zu erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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