„Made in Germany“ ist gefragt
Maschinenbau stellt mehr Mitarbeiter ein

Erstmals seit vier Jahren wird der deutsche Maschinenbau in diesem Jahr wieder Stellen aufbauen. Dank des lang anhaltenden Aufschwungs könne die Beschäftigtenzahl bis Jahresende um mehrere tausend Stellen zulegen.

HB FRANKFURT/MAIN. „Seit Februar wächst die Stammbelegschaft, und die Tendenz zeigt weiter nach oben“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher, in einem dpa-Gespräch in Frankfurt. Die Branche werde auch nach drei Rekordjahren 2007 weiter wachsen und mehr Mitarbeiter einstellen.

Im Mai beschäftigte die deutsche Schlüsselbranche bereits 866 000 Mitarbeiter, das waren 8000 mehr als im Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2005 waren 862 000 Beschäftigte gezählt worden. Die drittgrößte deutsche Industriebranche hat in den vergangenen Jahren wegen Rationalisierungen die Beschäftigtenzahl immer mehr reduziert. „Derzeit können die Betriebe 7000 Ingenieursstellen wegen Arbeitskräfte-Mangels nicht besetzen“, berichtet der VDMA-Präsident.

Bislang hätten viele Firmen Auftragsspitzen mit Leiharbeitern oder flexiblen Arbeitszeitregelungen aufgefangen. „Das kann man aber nur begrenzt machen, weil eine gut ausgebildete Belegschaft überlebenswichtig ist“, sagte der Verbandspräsident. Der Beschäftigungsaufbau werde begrenzt durch den letzten Tarifabschluss, der aus Sicht Brucklachers „zu teuer“ war, sowie die starren Arbeitsmarktgesetze.

Die zyklische und stark exportorientierte Branche rechnet auch 2007 mit neuen Rekorden bei Produktion und Umsatz. Zuletzt hatte es in den 80er Jahren eine derart lang anhaltende Wachstumsphase gegeben. Wann der zyklische Abschwung kommen werde, sei noch offen. „Im nächsten Jahr wird das Wachstum anhalten, aber es wird wahrscheinlich unter fünf Prozent liegen“, sagte Brucklacher. Eine erste Schätzung betrage zwei Prozent Produktionswachstum - das wäre ein weiteres Rekordjahr. Seit 2004 hatte die Branche pro Jahr um rund fünf Prozent zugelegt.

„Ich glaube, dass ein längerer Zyklus möglich ist. Wir werden nicht so schnell mit einem Abschwung zu rechnen haben, weil es immer wieder neue Märkte gibt, die für Auftragseingänge sorgen“, sagte Brucklacher. Dazu zählten die aufstrebenden Industriestaaten in Asien sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Wegen der Rekordölpreise profitieren die deutschen Maschinenbauer von der großen Nachfrage aus den Erdölländern, die ihre „Petrodollars“ in den Aufbau eigener Industrien mit deutschen Maschinen reinvestieren. Sieben von zehn Maschinen „made in Germany“ gehen inzwischen in den Export.

„Derzeit geht es dem Maschinenbau wirklich gut“, zog Brucklacher Bilanz. Risiken seien die Rohstoffpreise sowie der starke Euro, der Exporte in den Dollar-Raum verteuere. Der Absatz im Inland werde wegen des Nachholbedarfs voraussichtlich weiter wachsen. „Allerdings sind die politischen Rahmenbedingungen kriegsentscheidend“, sagte der Verbandspräsident. Die Politik müsse die steuerliche Abschreibung von Investitionen erleichtern und dürfe die degressive Abschreibung nicht verschlechtern.

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