"Märklin als Mythos und Marke pflegen"
Signale stehen für Märklin weiter auf rot

Der weltgrößte Modellbahn-Hersteller leidet unter dem anhaltend schwachen Konsumklima in Deutschland und Rabattschlachten mit der Billigkonkurrenz aus Fernost. Im Stammwerk Göppingen stehen Entlassungen auf dem Plan.

HB STUTTGART. Nach einem Umsatzrückgang im Jahr 2003 um 3,5 Prozent auf 164,4 Millionen Euro würden auch in diesem Jahr die Erlöse nicht steigen, sagte Unternehmenschef Paul Adams am Dienstag in Stuttgart.

Er betonte, dass es bei dem geplanten Personalabbau im Stammwerk Göppingen bleiben werde. Man verhandele aber mit dem Betriebsrat darüber, ob die genannte Zahl von 400 Stellen „etwas reduziert“ werden könne. Der Plan zur Stellenreduzierung im Stammwerk hatte bei der Belegschaft zu heftigen Protesten geführt. Adams sagte, Märklin zahle für einfache Montagearbeiten in Göppingen einen Stundenlohn von 18 Euro, während es für vergleichbare Arbeiten in anderen Unternehmen in Deutschland 8 bis 10 Euro seien.

Der Geschäftsführungsvorsitzender des Familienunternehmens Märklin Holding GmbH (Göppingen) will Montagearbeiten aus Kostengründen auf die Produktionsstandorte im thüringischen Sonneberg, nach Nürnberg und nach Györ (Ungarn) verlagern. Das Unternehmen stehe zu den deutschen Standorten. „Es ist von entscheidender Beutung, Märklin als Mythos und Marke zu pflegen. Dazu gehört auch das „Made in Germany“, sagte er. Er betonte dass Märklin gesund sei und mit der Neustrukturierung ein modernes zukunftsfähiges Unternehmen werde.

Hoffnung macht Adams der Export, der 2003 erneut um 1 Prozent auf 29 Prozent gestiegen sei. Hier strebt der Marktführer eine Marke von deutlich über 30 Prozent an. Märklin habe 2003 einen kleinen Gewinn geschafft. Der geplante Stellenabbau in Göppingen werde aber zunächst rote Zahlen bringen. Die Zahl der Inlandsmitarbeiter ging 2003 um rund 100 auf 1624 zurück (rund 1100 davon in Göppingen), im Ausland sind 395 Menschen beschäftigt.

Zu schaffen machten dem Traditionsunternehmen, das in Deutschland einen Marktanteil von 50 Prozent bei Modelleisenbahnen hat, neben der Konsumflaute auch Rabattschlachten und der Rückgang des Fachhandels. Viele kleine Anbieter würden ihre Eisenbahn in Asien fertigen lassen und sie dann mit Rabatten von 30 bis 50 Prozent anbieten.

Adams gab aber auch zu, dass immer weniger Kunden sich eine Lokomotive von 200, 300 oder bis zu 700 Euro leisten könnten. „Preissteigerungen werden vom Markt kaum noch akzeptiert“. Der Modelleisenbahnmarkt in Deutschland sei von 251 Millionen Euro (2002) auf 232 Millionen Euro im Vorjahr geschrumpft - ein Minus von 7,5 Prozent.

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