Magazinbericht
Spekulation über Streit mit Piech „kompletter Unsinn“

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat Spekulationen über einen Streit mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piech widersprochen.

HB FRANKFURT. Es sei „kompletter Unsinn“, dass die Berufung des Audi-Personalchefs Horst Neumann zum VW-Arbeitsdirektor zwischen ihm und Piech zum Streit geführt habe, sagte Pischetsrieder dem Magazin „Focus“ laut Vorabmeldung. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert den Konzernchef mit den Worten: „Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, wegen dieser Entscheidung meinen Posten aufzugeben.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Samstag, Pischetsrieder müsse im Streit mit Piech um seinen Job bangen. Piech wolle Pischetsrieder, den er selbst als seinen Nachfolger zu VW geholt hatte, nun wieder loswerden. Dieser aber gebe sich kämpferisch und schließe einen Rücktritt aus. VW wollte zu dem Bericht keinen Kommentar abgeben.

Aufsichtsratskreisen zufolge hatte Piech Neumann gegen den Willen von Pischetsrieder als Personalchef des Konzerns durchgesetzt. Der 56 Jahre alte Neumann soll seinen neuen Posten zum 1. Dezember übernehmen. Er ist der Nachfolger von Peter Hartz, der im Zuge der Affäre um Lustreisen des VW -Betriebsrats seinen Hut genommen hatte. Die Wahl von Neumann, der 16 Jahre lang für die IG Metall gearbeitet hat und mit der SPD-Politikerin Andrea Nahles liiert ist, war überraschend gekommen. Piech habe den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) erst zwei Tage vor der Sitzung über seine Absicht informiert, einen neuen Personalchef zu berufen. Im Aufsichtsratspräsidium habe Wulff als einziger gegen Neumann gestimmt, Piech sowie die Arbeitnehmervertreter Jürgen Peters und Bernd Osterloh hätten ihn gestützt.

Die Arbeitnehmerseite hatte Piech im Aufsichtsrat zuletzt gegen Rücktrittsforderungen von Wulff verteidigt. Der Politiker, der das Land Niedersachsen als zweitgrößten VW-Aktionär vertritt, wirft Piech einen Interessenkonflikt nach dem Einstieg von Porsche als VW-Hauptaktionär vor. Piech und seine Verwandten halten alle stimmberechtigten Stammaktien an Porsche.

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