Mageres Umsatzplus im Arznei-Geschäft
J&J schraubt Gewinnziele für 2008 erneut hoch

Starke Nachfrage nach Medizingeräten und Gesundheitsprodukten hat dem US-Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson zu einem unerwartet kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal verholfen.

rtr NEW YORK. Der in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Konzern setzte zudem seine Gewinnziele für das Gesamtjahr erneut nach oben. An der Wall Street kam der Quartalsbericht gut an: Die J&J-Aktie legte im frühen Handel mehr als zwei Prozent zu.

"Wir kommen mit kurzfristigen Belastungen erfolgreich zurecht und erzielen anhaltende Fortschritte damit, unser langfristiges Wachstum zu verstärken", gab sich Konzernchef William Weldon im Zwischenbericht für die Monate April bis Juni zuversichtlich. Der Konzern, der unter anderem für "o.b.-Tampons" und "Penaten"-Babypflege bekannt ist, kam unter dem Strich auf einen Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar nach 3,08 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Ohne Sonderposten verdiente J&J 1,18 Dollar je Aktie und damit sechs Cent mehr als Analysten prognostiziert hatten. Für das Gesamtjahr stellte Weldon nun je Aktie einen Gewinn von 4,45 bis 4,50 Dollar in Aussicht. Bislang wurden 4,40 bis 4,45 Dollar anvisiert.

J&J setzte im zweiten Jahresviertel 16,5 Milliarden Dollar um, 8,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Analysten hatten auch hier mit weniger gerechnet. Dabei half dem Konzern auch der schwache Dollar - ohne diesen Einfluss hätte der Umsatz nur um 3,1 Prozent zugelegt. Deutliche Umsatzzuwächse von 13,2 Prozent erzielte J&J im Geschäft mit Gesundheitsprodukten, wozu auch Marken wie Listerine-Mundwasser beitrugen, die J&J von Pfizer übernommen hatte. Im Geschäft mit Medizintechnik kletterten die Umsätze um 12,1 Prozent.

Mageres Umsatzplus im Arznei-Geschäft

In der Pharmasparte kam J&J dagegen nur auf einen mageren Umsatzanstieg von 3,1 Prozent. Hier wäre ohne den positiven Einfluss des schwachen Dollar der Zuwachs mit 1,3 Prozent noch schmaler ausgefallen. So dämpften Sicherheitsbedenken die Nachfrage nach dem Anämiemittel Procrit. Auch ließ der Wettbewerb mit billigeren Nachahmerpräparaten (Generika) außerhalb der USA die Umsätze mit dem Schizophrenie-Präparat Risperdal schrumpfen. Seit kurzem steht das Mittel auch auf dem Heimatmarkt in Konkurrenz mit Generika.

Fondsmanager äußerten sich dennoch positiv. Zwar werde das Pharmageschäft im zweiten Halbjahr schwächer abschneiden. "Aber wenn sie den Schwung bei Medizingeräten und Konsumprodukten beibehalten, sollten sie in der Lage sein, dass wettzumachen", sagte Jeff Jonas, Portfolio-Manager beim Gabelli Healthcare and Wellness Trust. Die Entwicklungspipeline von J&J sei gut gefüllt. J&J ist beispielsweise der Entwicklungspartner von Bayer bei dessen neuem Thrombosehemmer Xarelto.

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