Magna-Chef Don Walker
„Wir suchen nicht nach Schnäppchen“

Der neue alleinige Chef des Zuliefererkonzerns Magna gibt erstmals nach seiner Ernennung Einblick in seine Unternehmensstrategie. Don Walker über den gescheiterten Opel-Kauf, sein Interesse am Autodesigner Pininfarina und den Zukunftsmarkt China.
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Handelsblatt: Herr Walker, Sie sind seit wenigen Tagen jetzt alleiniger Chef von Magna. Wir sitzen hier am Frankfurter Flughafen, nur 40 Kilometer von der Opel-Zentrale entfernt. Trauern Sie noch dem verpassten Kauf im vergangenen Jahr hinterher?

Walker: Die Antwort ist Nein. Es war eine ganz besondere Situation, als Magna gebeten wurde, sich einen Kauf von Opel zu überlegen. Wir haben das damals in erster Linie auch in Verantwortung gegenüber einem wichtigen Kunden gemacht. Unser Verständnis ist es, der weltbeste Zulieferer zu sein. Nicht mehr und nicht weniger.

Handelsblatt: Magna-Gründer Frank Stronach sagte jüngst, er sei froh, dass GM Opel behalten habe. Sehen Sie das inzwischen auch so?

Walker: Wir sind zu 100 Prozent ein Autozulieferer-Konzern. Das ist unsere Rolle und die wollen wir ausfüllen. Opel und GM sind wichtige Kunden für uns und wir sind froh, wenn es beiden gut geht.

Handelsblatt: Hand aufs Herz, wenn heute wieder ein Autohersteller auf den Markt käme, würden Sie sich das Unternehmen wieder anschauen?

Walker: Klare Antwort: Nein. Der Fokus unserer Strategie ist klar und eindeutig , aber zugleich schwierig umzusetzen. Wir wollen ein globaler Zulieferer sein, mit fokussierter Produktstrategie, den besten Technologien und Weltklasse in der Fertigung. Überlegungen, einen Autohersteller zu kaufen, haben wir ad acta gelegt. Die Pläne sind tot.

Handelsblatt: Für Zulieferer scheint das nicht zu gelten. Sie haben ein Auge auf die italienische Autoschmiede Pininfarina geworfen. Wofür brauchen Sie einen Autodesigner unter dem Unternehmensdach?

Don Walker: Wir schauen uns viele verschiedene Unternehmen da draußen an, aber bevor wir nicht etwas Fundiertes dazu sagen können, werden wir das nicht weiter kommentieren.

Handelsblatt: Wann rechnen Sie mit einer endgültigen Entscheidung?

Walker: Dazu kann ich nichts sagen. Dies gehört zu den Dingen, die wir nicht kommentieren.

Handelsblatt: Ihr Manager Dieter Althaus hat vergangene Woche ein grundsätzliches Interesse bereits bestätigt, wurde dann aber von der Zentrale zurückgepfiffen. Ist er nun angeschlagen?

Walker: Ich glaube, dass zu diesen Spekulationen alles gesagt wurde. Sicher kommen immer wieder Marktgerüchte auf. Magna kommentiert solche Spekulationen grundsätzlich nicht.

Handelsblatt: Magna hatte im vergangenen Jahr auch einen Einstieg beim Getriebehersteller Getrag geprüft. Ist das Interesse erloschen?

Walker: Der Antriebsstrang ist für uns ein wichtiges Geschäftsfeld. Aber wir führen keine Verhandlungen mit Getrag. Grundsätzlich nennen wir aber keine Details zu Gesprächen mit einzelnen Unternehmen.

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