Magna oder RHJ?
Opel-Rettung: „Deutschland ist nicht erpressbar“

Wer schnappt sich Opel? Magna oder RHJ, der deutsche oder der amerikanische Favorit? Beide Seiten, so scheint es, wollen keinen Zentimeter nachgeben und das obwohl jeden Monat 100 Mio. Euro flöten gehen. Den Deutschen platzt langsam der Kragen, die Politik erhöht den Druck auf General Motors.

HB HAMBURG. Klare Absage an den Opel-Bieter RHJ International: Im Tauziehen um Opel hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) Staatsgelder für den Finanzinvestor ausgeschlossen. In den Gesprächen mit der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) habe man klargemacht, "dass es in Deutschland für einen Einstieg von RHJ keinen Konsens zur Finanzierung geben wird", sagte Koch der "Wirtschaftswoche". "In den Gesprächen mit GM ist der Ton jetzt etwas rustikaler geworden. Aber nun ist die deutsche Position dort auch verstanden worden." Die deutsche Politik und der Opel-Betriebsrat bevorzugen das Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna.

Deutschland lasse sich von der amerikanischen Seite nicht unter Druck setzen, betonte Koch. "Mit der Alternative RHJ oder Insolvenz ist Deutschland nicht erpressbar", sagte er. Inzwischen kämen auch aus Washington friedliche Signale: "Die amerikanische Regierung will keinen Streit mit Deutschland."

Koch forderte eine schnelle Entscheidung. "Niemand will die Entscheidung bis nach der Bundestagswahl verschieben", sagte Koch dem Blatt. "Die Zahlen von GM besagen, dass jeden Monat 100 Mio. Euro verbrannt werden. Auch GM hat deshalb ein Interesse, dass die Restrukturierung so schnell wie möglich beginnt."

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erhöht indes den Druck auf das GM-Management. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) telefonierte Steinmeier am Freitagnachmittag persönlich mit GM-Boss Fred Henderson. Der Vize-Kanzler habe in dem Telefonat klar gestellt, dass es deutsche Staatsbürgschaften nur für einen Opel-Investor gebe, der langfristig beim Rüsselsheimer Autobauer einsteigt und die Arbeitsplätze garantiert.

Hintergrund ist die Befürchtung, GM könnte Opel an einen Investor verkaufen, der massiv Jobs abbaut - und dann das Unternehmen an GM zurückgibt. Am Montag kommt der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat von GM zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei soll Kreisen zufolge auch über Opel beraten werden.

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