Magna Steyr bangt um Chrysler
Magna erwägt die Flucht nach vorn

Magna Steyr schaut gespannt auf die Entwicklung des Daimler-Chrysler-Konzerns. Denn hat Chrysler einen Schnupfen, geht das dem Zulieferer Magna an die Nieren. Deshalb denkt Magna intensiv darüber nach, Teil der Produktion bei Chrysler zu kaufen. Diese Annäherung birgt aber auch Risiken.

GRAZ. Wolfgang Fitzek kennt den Laden so gut, als wäre er sein Arbeitszimmer und keine zwei Fußballfelder große Fabrikhalle. Einzeln begrüßt er die Mitarbeiter in den grauen Arbeitsanzügen, wenn er an ihnen vorbeieilt, per Handschlag. Zukunftsangst? Gar nicht erst aufkommen lassen.

Dort, wo im weitläufigen Magna-Steyr-Werk in Graz das Chassis eines neuen Chrysler-Modells von einem Roboter emporgehievt wird, um sich mit der Karosserie zu vereinigen, verharrt er einige Sekunden und atmet den Geruch der Funken sprühenden Schweißbrenner ein. Ein Ingenieur wie Fitzek, der Werksleiter der Chrysler-Produktion bei Magna Steyr, wird sich sein Leben nicht daran satt riechen können.

Ganz so viel Zeit wie sonst bleibt Fitzek diesmal allerdings nicht. „Ich lese in diesen Tagen viel Zeitung“, sagt er. Da steht in diesen Tag viel über Magna, mit 84 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 24 Milliarden Dollar einer der größten Autozulieferer der Welt. Das Problem: 24 Prozent seines Geschäfts macht Magna mit Chrysler. Hat die Tochter von Daimler einen Schnupfen, geht das Magna an die Nieren. Und Chrysler hat derzeit mehr als einen Schnupfen, seitdem Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche selbst eine Trennung nicht mehr ausschließt.

Was auch immer er entscheidet: Zetsche wird einen Mann nicht ganz außer Acht lassen können. Der heißt Frank Stronach und steht an der Spitze des Aufsichtsrats von Magna. In diesen Tagen werden Stronachs Emissäre bei Chrysler in Auburn Hills vorsprechen und dem US-Konzern in die Bücher blicken.

Um den größten Kunden zu behalten, denkt Stronach sogar darüber nach, sich bei Chrysler einzukaufen. Das hat er am Wochenende in einem Interview erstmals eingeräumt. Zwei Milliarden Dollar hat Magna flüssig – genug, um Chrysler zumindest einige Teile der Produktion, etwa die Entwicklungsabteilung, abzukaufen. Er habe auch eine „treuhänderische Pflicht gegenüber unseren Angestellten“, sagt Frank Stronach.

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