Magna übernimmt bis 2007 New Venture Gear
Daimler-Chrysler verkauft Konzerntochter

Der kanadische Autozulieferer Magna International übernimmt von dem deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler schrittweise bis 2007 die Antriebssystem-Tochter New Venture Gear (NVG).

HB TORONTO/STUTTGART. Magna bezifferte den Kaufpreis für das gesamte Unternehmen in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) auf vorläufig 435 Mill. $ (rund 360 Mill. €) in bar. Der Preis könne sich aber noch ändern. An dem Werk in Syracuse im US-Bundesstaat New York und dem Entwicklungszentrum in Troy (Michigan), die in einer neuen Firma mit dem Namen New Process Gear zusammengefasst werden, beteiligt sich Magna vorerst nur mit 80 % und soll die restlichen 20 % im September 2007 übernehmen. Das Werk von NVG in Roitzsch bei Bitterfeld geht sofort an Magna über.

NVG produziert Antriebssysteme und Verteilergetriebe vor allem für Jeeps von Chrysler, hat inzwischen aber nach eigenen Angaben auch die US-Autobauer GM und Ford, Porsche und Volkswagen als Kunden gewonnen. NVG war aus einem 1990 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen von GM und Chrysler hervorgegangen, aus dem GM 2002 ausgestiegen war. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr 1,5 Mrd. Dollar (1,25 Mrd. €) um.

Magna hatte im Dezember Interesse an NVG bekundet und war in Verhandlungen über die Übernahme einer Mehrheit eingetreten. Der von dem gebürtigen Österreicher Frank Stronach geführte Konzern hatte kürzlich seine Getriebe-Sparte Magna Drive-Train aus der Tochtergesellschaft Magna Steyr ausgegliedert, um sie zu einem eigenständigen Geschäftsfeld auszubauen.

Chrysler-Chef Dieter Zetsche begrüßte den Verkauf: „Diese Vereinbarung erlaubt uns, uns auf unser Kerngeschäft (...) zu konzentrieren. Zusätzlich verschafft uns unsere Beziehung zu Magna Zugang zur neuesten Getriebe-Technologie.“ Die großen Autohersteller haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt vom Zuliefergeschäft verabschiedet. GM und Ford hatten ihre Aktivitäten zum großen Teil in die eigenständigen Unternehmen Delphi und Visteon ausgegliedert.

Chrysler hatte sein Autoelektronik-Werk in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama an Siemens VDO verkauft. 60 % der Lenkungssparte von DaimlerChrysler, MB Lenkungen, gingen an Thyssen-Krupp Automotive. Mit unabhängigen Eigentümern hoffen die ausgegliederten Sparten auf mehr Aufträge anderer Hersteller.

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