Magna
„Wir sind ja keine Deppen“

Keine zehn Tage ist die beschlossene Opel-Rettung alt, da ist der geplante Einstieg des Zulieferers Magna bei dem Autohersteller wieder zu einem ganz heißen Eisen geworden. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz und Hessens Ministerpräsident Roland Koch verteidigen den Deal: „Wir sind ja keine Deppen“.

jkn/fas/mcs/mwb/zel FRANKFURT/MÜNCHEN. Vor den Mikrofonen üben die Akteure den Schulterschluss. „Es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass es nicht zu einer Einigung kommt“, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch am Dienstag in der Opel-Zentrale. „Es gibt interessierte Kreise, die die Absicht verfolgen, Opel zu schädigen“, sekundiert Klaus Franz, der Gesamtbestriebsratschef von Opel. Beide treten sie vor die Belegschaft, um den Deal zu verteidigen.

Keine zehn Tage ist die beschlossene Opel-Rettung alt, da ist der geplante Einstieg des Zulieferers Magna bei dem Autohersteller wieder zu einem ganz heißen Eisen geworden. Zu gewagt erscheint die Konstruktion der Retter, bestehend aus dem österreichisch-kanadischem Zuliefererkonglomerat Magna, der russischen Sberbank und dem maroden Autohersteller GAZ im Schlepptau. Schon stellt Magna den Einstieg an sich infrage, schon streitet die mit Milliarden bürgende Bundesregierung über den Sinn der ganzen Aktion. Und in der Autoindustrie werden Stimmen laut, die generell die Rolle von Magna als Zulieferer und künftigen Hersteller hinterfragen.

Es werden Zweifel laut, über Pensionszusagen, über die Marktzugänge Opels etwa in China, Russland, den USA. Wer hat Zugriff auf die Patente? Wo ist das Risiko der Investoren? Eigentlich sei alles offen, kritisierte zuletzt Hartmut Schauerte, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Laut Koch ist das alles geklärt. „Alle diese Punkte stehen im Memorandum, es gibt keinen Grund, daraus jetzt Überraschungen zu machen“, verteidigt er sich. „Wir sind ja keine Deppen, die einfach in ein Problem hineinlaufen.“ Auch Betriebsratschef Franz beruhigt die Gemüter: „Das Thema Patente ist geklärt, Marktzugänge sind mehr oder weniger geklärt. Das Pensionsthema ist geklärt. Eigenkapital ist geklärt. Und der Zugriff auf die Technologien ist geklärt“, sagt er.

Auch die Tatsache, dass der Magna-Partner, die russische Sberbank, eine Option habe, seinen Anteil von 35 Prozent an GAZ zu übertragen, stellt laut Koch weder eine Überraschung noch ein Problem dar. „Das wussten wir“, sagte er. Kritiker befürchten allerdings, dass die Sberbank davon sehr schnell Gebrauch machen und damit Know-How an GAZ abfließen könnte. Koch bezeichnete das Konzept von Magna, das die hessische Landesregierung durch die Berater von McKinsey überprüfen ließ, als „grundsolide“.

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