Mahindra & Mahindra
Inder greifen nach Aston Martin

Statt „very british“ künftig indisch? Die Hälfte des britischen Sportwagenherstellers Aston Martin könnte an Mahindra & Mahindra gehen. Die Inder haben Erfahrung mit Übernahmen – und mit Traktoren.
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DüsseldorfAls James Bond im Jahr 1965 in „Goldfinger“ in einem Aston Martin DB5 über die Leinwände deutscher Kinos brauste, war die Welt des Sportwagenbauers noch „very british“. Der Brite David Brown hatte das 1913 auf Insel gegründete Unternehmen nach dem Krieg übernommen. Und Sean Connery präsentierte den edlen DB5 als Geheimagent ihrer Majestät nun der ganzen Welt.

Doch die goldenen britischen Zeiten gingen schnell vorbei. David Brown verkaufte Aston Martin 1972 in höchster Not, der Autobauer wechselte ein ums andere Mal den Besitzer bis schließlich Ende der 1980er-Jahre Ford einstieg. Vor fünf Jahren kam ein weiterer Schnitt in der ereignisreichen Geschichte des Unternehmens hinzu, als kuwaitische Investoren die Sportwagenschmiede übernahmen.

Die Investitionsgesellschaft Investment Dar von der arabischen Halbinsel hat seither das Sagen am Firmensitz in Gaydon. Von „very british“ kann auf der Besitzerseite also schon lange nicht mehr die Rede sein.

Bald könnte Aston Martin sogar zur Hälfte indisch werden. Denn Mahindra & Mahindra (M & M) buhlt kräftig um einen Anteil von 50 Prozent am Unternehmen. Laut einer den Verhandlungen nahestehenden Person hat der indische Autobauer ein Angebot der italienischen Beteiligungsgesellschaft Investindustrial von bis zu 250 Millionen Pfund (309 Millionen Euro) überboten.

Den Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat M & M die schlechteren Karten im Bieterkampf. Die Italiener sollen sich bei ihrem Vorhaben die technische Unterstützung von Mercedes gesichert haben. Von 2006 bis zum April dieses Jahres war Investindustrial zudem Inhaber von Ducati, bevor die Gesellschaft um die italienische Familie Bonomi den Motorradhersteller an Audi weiterverkaufte.

Doch auch M & M hat Erfahrung mit Übernahmen. 2012 erwarben die Inder für rund 340 Millionen Euro 70 Prozent des südkoreanischen Autobauers Ssangyong. Mit M & M erhielte Aston Martin zudem eine Mutter, die über eine ähnlich lange Tradition verfügt. Das Unternehmen wurde 1945 von den Mahindra-Brüdern gegründet und ist noch heute in Familienhand.

Besonders bekannt ist der indische Autobauer für seine Geländewagen. Seit den 1970er-Jahren arbeitet M & M mit der Marke Jeep zusammen. Heute baut das Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern Geländewagen wie den Thar oder SUVs wie den XUV 500. Insgesamt hat M & M rund 15 Modelle für den Personentransport und ein gutes halbes Dutzend Nutzfahrzeuge im Programm.

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