Malaysischer Autobauer: VW hat genug von Proton

Malaysischer Autobauer
VW hat genug von Proton

Das Verhältnis zwischen dem staatlich kontrollierten malaysischen Autohersteller Proton und Volkswagen ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Der deutsche Konzern lehnt es nun ab, gemeinsam mit Proton Autos für den asiatischen Markt zu bauen.

HB HANNOVER. „Wir hatten eine sehr genaue Vorstellung davon, wie wir dort vorgehen wollten. Leider hatten die malaysische Regierung, (die an Proton beteiligte staatliche Investmentholding) Khazanah und Proton selbst andere Ideen“, sagte VW-Chef Bernd Pischetsrieder am Mittwoch in Dearborn bei Detroit vor Investoren. Daher lasse sich nicht umsetzen, was Volkswagen sich für die Kooperation mit Proton vorgestellt habe. Ursprünglich sollten sogar Autos der Marke VW aus der Partnerschaft hervorgehen.

Pischetsrieder sagte, Volkswagen prüfe nun, ob Proton in einigen einzelnen Projekten unterstützt werden könne. Gemeinsame Programme oder Gemeinschaftsunternehmen werde es aber nicht mehr geben. Die staatliche Khazanah ist an Proton mit 38 Prozent beteiligt.

Im Oktober 2004 hatte Volkswagen eine Übereinkunft über eine langfristige strategische Partnerschaft mit Proton, dem führenden malaysischen Autobauer, unterzeichnet. Damit wollte der Wolfsburger Konzern ohne größere Investitionen in den wachsenden südostasiatischen Automarkt vordringen. Zunächst sollten dort 2006 bis zu 15 000 VW-Fahrzeuge aus vorgefertigten Teilen zusammengebaut werden. In Malaysia waren seither mehrfach Berichte lanciert worden, wonach sich VW an Proton beteiligen wolle. Jegliche Pläne in diese Richtung sind nun gescheitert.

Angesichts weitgehend gesättigter Märkte in Europa und den USA sowie geringerer Wachstumsraten in China hegt Volkswagen auch großes Interesse an Indien. Eine Entscheidung über einen Standort des in Indien geplanten Werkes hat der Konzern aber noch nicht getroffen. „Wir führen Gespräche und Verhandlungen mit mehreren Stellen, um das für Volkswagen beste Angebot auszuloten“, sagte ein Konzernsprecher. Wie viel VW in Indien investieren will und welches Modell dort gebaut werden soll, sagte er nicht. Medienberichten zufolge erwägt Volkswagen den Bau eines Werkes im nordindischen Bundesstaat Haryana. Frühere Pläne für den Bau eines Werkes im Bundesstaat Andhra Pradesh hatte VW im Juli im Zuge der Korruptionsaffäre auf Eis gelegt.

Der frühere Personalmanager der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, eine Schlüsselfigur in der VW-Affäre, hatte von der Regierung in Andhra Pradesh zwei Mill. Euro verlangt, die auch an die von ihm gesteuerte Firma Vashishta Wahan (VW) überwiesen wurden. Das Geld ist verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht dem Verdacht nach, dass Schuster mit Hilfe eines Netzes von Tarnfirmen sich auf Kosten von Volkswagen bereichert hat, und ermittelt gegen ihn wegen Untreue und des Betrugs.

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