Industrie
MAN bekräftigt Interesse an MTU Friedrichshafen

Der Münchner Mischkonzern MAN hat sein Interesse am Dieselmotorenbauer MTU Friedrichshafen bekräftigt. "Wir haben gesagt, dass wir interessiert sind", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag auf Anfrage. MTU Friedrichshafen würde gut in das MAN-Portfolio passen.

dpa-afx HAMBURG. Der Münchner Mischkonzern MAN hat sein Interesse am Dieselmotorenbauer MTU Friedrichshafen bekräftigt. "Wir haben gesagt, dass wir interessiert sind", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag auf Anfrage. MTU Friedrichshafen würde gut in das MAN-Portfolio passen. Einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD), dass MAN bereits mit MTU-Mehrheitseigentümer Daimler-Chrysler exklusive Verhandlungen führt, wollte der Sprecher hingegen nicht bestätigen.

Das Blatt (Montagausgabe) hatte unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, trotz des Interesses auch von Finanzinvestoren verhandle Daimler-Chrysler derzeit allein mit MAN. Nach Zeitungsangaben gelten mehrere Beteiligungsgesellschaften als hochinteressiert an MTU Friedrichshafen, darunter die US-Investoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Carlyle sowie Apax Partners. Der Wert von MTU Friedrichshafen werde auf 1,5 Mrd. Euro geschätzt.

Ein Sprecher von Daimler-Chrysler kommentierte den Bericht nicht. Offiziell hat der Konzern bisher seine Verkaufsabsichten nicht bestätigt. Derzeit werde die Geschäftsstrategie bei MTU Friedrichshafen überprüft, sagte der Sprecher.Die MAN-Aktie sank an der Frankfurter Börse zuletzt um 1,31 Prozent auf 36,85 Euro.

Samuelsson Signalisiert Interesse

MAN-Chef Hakan Samuelsson hatte bereits im Februar sein Interesse signalisiert. Damals wurde bekannt, dass sich Daimler-Chrysler möglicherweise von dem Motorenbauer trennen wird.

MAN würde mit einer Übernahme von MTU Friedrichshafen gerne seine eigene Dieselmotorensparte stärken. Die Angebotspaletten der beiden Hersteller würden sich gut ergänzen, da MTU Friedrichshafen bei den etwas kleineren Großdieseln für Schiffe, Schwerfahrzeuge und die Eisenbahn stark ist.

Familiengesellschafter Wehren Sich

Daimler-Chrysler hält 88,4 Prozent an der MTU Friedrichshafen Gmbh, der Rest liegt bei der Familie Maybach. Allerdings wehrten sich die Familiengesellschafter laut der "FTD" gegen eine Übernahme durch Finanzinvestoren aus Angst, eine Beteiligungsgesellschaft könne auch schnell wieder aussteigen. So hatte etwa der Finanzinvestor KKR von Daimler-Chrysler Ende 2003 den Triebwerkehersteller MTU Aero Engines gekauft, der in diesem Jahr fit für einen Börsengang sein will. KKR habe bisher 330 Mill. Euro Liquidität zur Tilgung der Schulden aus dem Unternehmen gezogen.

Der Zeitung zufolge wird in den Finanzkreisen auch nicht ausgeschlossen, dass Investoren doch noch zum Zuge kommen könnten, sollten MAN und Daimler-Chrysler sich nicht einigen.

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