MAN droht deutschen und österreichischen Mitarbeitern
Lastwagen verlieren an Fahrt

Die Lkw-Produktion läuft bei Daimler-Chrysler und MAN auf Hochtouren. Doch beide Hersteller rechnen damit, dass die Kauflust bald nachlässt. MAN sorgt vor: Der Konzern will die Schwellenländer erobern. Verlierer dürften die deutschen und österreichischen Mitarbeiter sein.

AMSTERDAM. MAN rechnet wegen der hohen Ölpreise 2006 mit einem stagnierenden Nutzfahrzeug-Markt in Westeuropa. „Die Entwicklung des Ölpreises ist eine enorme Bürde“, sagte der Chef der Nutzfahrzeugsparte von MAN, Anton Weinmann, am Donnerstag auf der Branchenmesse European Road Transport Show in Amsterdam. Im vergangenen Jahr hatten alle Hersteller zusammen 350 000 Fahrzeuge in Westeuropa verkauft. Weinmann geht davon aus, dass im laufenden Jahr die gleiche Zahl Lastwagen abgesetzt wird. MAN selbst wolle 68 000 Nutzfahrzeuge an den Käufer bringen.

Konkurrent Daimler-Chrysler schätzt die Lage ähnlich ein. Spartenchef Andreas Renschler rechnet im Frühjahr kommenden Jahres mit einem Nachlassen des Booms. Für das laufende Jahr zeigte er sich jedoch mehr als zuversichtlich: „Nachdem wir im Jahr 2004 ein Rekordergebnis eingefahren haben, ist die Nutzfahrzeugsparte auf dem Weg, dieses Ergebnis 2005 wieder zu erreichen oder hoffentlich sogar noch zu übertreffen.“ Renschler zufolge verläuft das Nutzfahrzeuggeschäft weiterhin erfreulich.

MAN will dem erwarteten Rückgang in 2006 auf zweierlei Weise vorbeugen: Zum einen mit Billig-Lastwagen für Asien, zum anderen mit der Senkung der Kosten in den deutschen und österreichischen Werken. Bei Produktion und Lohn sollen 100 Millionen Euro eingespart werden. Doch die IG Metall und der Betriebsrat wollen ein Minus in der Lohntüte nicht hinnehmen. Weil die Gespräche ins Stocken geraten sind, fährt MAN nun schweres Geschütz auf. „Sollten wir dies nicht erreichen, überlegen wir, ob es sich noch lohnt, in Deutschland und Österreich zu produzieren“, drohte Nutzfahrzeug-Chef Weinmann unverhohlen mit der Verlagerung der Produktion in andere Länder.

Erst im August hatte MAN die Verträge für ein neues Werk im polnischen Krakau unterzeichnet. Der Konzern baut dort für 100 Millionen Euro eine Fabrik, in der 650 Beschäftigte jährlich 15 000 Fahrzeuge herstellern sollen. Mitte 2007 laufen die Bänder an. Durch die Produktion in Polen spare MAN im Vergleich zu Deutschland jährlich rund 20 Millionen Euro, sagte Weinmann im August. MAN baut in Posen bereits Omnibusse und hat 1999 den polnischen Nutzfahrzeugbauer Star übernommen.

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