
EssenDas Essener Unternehmen Ferrostaal hat einen neuen Eigentümer: Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft MPC übernimmt sämtliche Anteile vom Lastwagenhersteller MAN und dem arabischen Staatsfonds IPIC. Das sagte MPC-Chef Axel Schroeder dem Handelsblatt. Die finalen Unterschriften sollen am heutigen Montag erfolgen.
Zugleich einigten sich alle Parteien - inklusive der Staatsanwaltschaft - über einen Abschluss in der Schmiergeldaffäre. Mit einem Bußgeld von 149 Millionen Euro soll ein Verfahren der Staatsanwaltschaft München gegen Ferrostaal beendet werden. Damit ist der Weg für einen Neuanfang des traditionsreichen Dienstleistungskonzerns frei. Ferrostaal soll den Ermittlern zufolge jahrelang beim Verkauf von U-Booten an Griechenland und Portugal Beamte bestochen haben.
"Wir haben immer gesagt, Ferrostaal passt zu uns. Wenn es eine Chance gibt, greifen wir zu", sagte Axel Schroeder, geschäftsführender Gesellschafter der MPC, dem Handelsblatt. Diese Chance ergab sich nun, weil weder MAN noch IPIC die Ferrostaal AG wollten - oder in der Lage waren, sie zu führen.
Der Kaufpreis liege bei bis zu 160 Millionen Euro, sagte Schroeder. Dieser umfasse neben einem festen einen variablen Anteil.
Hauptsitz: China
Verkaufte Einheiten: 300.100
Marktanteil: 10,3 %
Hauptsitz: Deutschland
Verkaufte Einheiten: 280.700
Marktanteil: 9,7 %
Hauptsitz: China
Verkaufte Einheiten: 274.300
Marktanteil: 9,5 %
Hauptsitz: China
Verkaufte Einheiten: 199.900
Marktanteil: 6,9 %
Hauptsitz: Indien
Verkaufte Einheiten: 194.900
Marktanteil: 6,7 %
Hauptsitz: Deutschland/Schweden
Verkaufte Einheiten: 152.400 (Absatzzahlen addiert)
Marktanteil: 5,2 %
Hauptsitz: Schweden
Verkaufte Einheiten: 125.800
Marktanteil: 4,3 %
Hauptsitz: China
Verkaufte Einheiten: 113.200
Marktanteil: 3,9 %
Hauptsitz: China
Verkaufte Einheiten: 109.400
Marktanteil: 3,8 %
Hauptsitz: Indien
Verkaufte Einheiten: 80.000
Marktanteil: 2,8 %
Erworben wird Ferrostaal über das Vehikel MPC Industries, an dem ein strategischer Investor aus der Golfregion eine Minderheitsbeteiligung hält. Den Namen des Partners nannte Schroeder nicht.
Das vor allem auf Schiffsbeteiligungen und Immobilien spezialisierte Emissionshaus aus Hamburg will mit Ferrostaal die Entwicklung größerer Energieprojekte in Angriff nehmen. Die Geschäftsfelder von MPC könnten so besser ausbalanciert werden, sagte Schroeder. MPC hatte wegen der Schifffahrtskrise massive Verluste eingefahren.