MAN und Scania Volkswagens Lkw-Sparte erwartet deutlich höhere Zuwächse

Volkswagens Lkw-Sparte will 2017 kräftig zulegen. Das Geschäft mit Marken wie MAN und Scania soll Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr „deutlich verbessern“. Das hänge jedoch von der Erholung in Brasilien ab.
Update: 20.03.2017 - 15:00 Uhr Kommentieren
Trotz eines schwächelnden Geschäfts in Brasilien und gegen den allgemeinen Trend konnte Volkswagen Truck & Bus 2016 mehr Lastwagen und Busse verkaufen und einen Milliardengewinn einfahren. Quelle: dpa
Volkswagen

Trotz eines schwächelnden Geschäfts in Brasilien und gegen den allgemeinen Trend konnte Volkswagen Truck & Bus 2016 mehr Lastwagen und Busse verkaufen und einen Milliardengewinn einfahren.

(Foto: dpa)

MünchenVolkswagen will in seinem Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen 2017 kräftig zulegen. „Wir wollen das Ergebnis noch mal deutlich steigern“, sagte Matthias Gründler, Finanzchef von VW Truck & Bus, am Montag in München. Auch Umsatz und Profitabilität sollen zulegen. Die Sparte, zu der die Lkw-Töchter Scania und MAN sowie das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien zählen, hatte die operative Rendite 2016 auf 6,1 (5,0) Prozent gesteigert. Langfristig will VW in diesem Geschäft durchschnittlich neun Prozent erreichen und weltweit führend in der Branche sein. „Wir streben nicht die Volumenmeisterschaft an, wir wollen die profitabelsten sein“, sagte Truck-Chef Andreas Renschler.

Wie stark die Steigerung in diesem Jahr ausfalle, hänge von der Marktentwicklung in Brasilien ab, erläuterte Finanzvorstand Gründler. Nach jahrelanger Krise in dem einstigen südamerikanischen Boommarkt erwartet VW Truck & Bus für die zweite Jahreshälfte eine leichte Verbesserung. „Die richtige Erholung wird dann vielleicht 2018 kommen“, fügte Renschler hinzu.

In Brasilien erzielte die VW-Trucksparte zuletzt knapp ein Zehntel ihres Absatzes und zählt zu den Marktführern. In Boomzeiten war der dortige Markt allerdings mehr als dreimal so groß wie 2016. Brasilien sei „seit jeher ein wichtiger Markt“, der sich aber schon immer „durch starke Zyklen“ auszeichne, sagte Renschler. Außer in Brasilien rechnete er auch in Russland mit positiven Impulsen.

So viel kassierten die VW-Bosse 2016
Platz 9: Frank Witter
1 von 9

Frank Witter ist seit 1992 bei VW. Seit Oktober 2015 ist er für den Geschäftsbereich „Finanzen und Controlling“ zuständig. Sein Gehalt stieg – auch aufgrund des neuen Postens – von 940.000 Euro auf gut 3 Millionen Euro.
Gehalt: 1,1 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 8: Rupert Stadler
2 von 9

Das Aufsichtsratsmitglied vom FC Bayern München Rupert Stadler ist seit 2010 Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG. Zudem ist der Manager Vorstandsvorsitzender der Audi AG. Seine Vergütung sank 2016 um mehr als eine Million Euro.
Gehalt: 1,1 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 7: Jochem Heizmann
3 von 9

Wirtschaftsingenieur Jochem Heizmann ist seit 1991 bei Volkswagen. Seit 2012 ist er für den Geschäftsbereich „China“ zuständig. Im vergangenen Jahr ging seine Vergütung um gut eine Million Euro zurück.
Gehalt: 1,2 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 6: Francisco Javier Garcia Sanz
4 von 9

Der Spanier Francisco Javier Garcia Sanz arbeitet seit 1993 für VW. 1996 wurde er Mitglied des Vorstands der Marke „Volkswagen Pkw“ und 2001 der Volkswagen AG. Dort ist er zuständig für den Bereich „Beschaffung“. Auch bei ihm sanken 2016 die Bezüge um rund eine Million Euro.
Gehalt: 1,3 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 5: Andreas Renschler
5 von 9

Andreas Renschler war bis 2014 Mitglied des Vorstandes der Daimler AG. Im Februar 2015 wechselte der Stuttgarter zu VW und ist dort für den Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge verantwortlich. 2015 hatte er durch eine Kompensation aufgrund seines Arbeitgeberwechsels noch 15,6 Millionen Euro kassiert.
Gehalt: 1,3 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 4: Herbert Diess
6 von 9

Der österreichische Manager arbeitet seit 2015 für die Volkswagen AG und ist Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen-Pkw. Auch er wurde 2015 für den Arbeitgeberwechsel entschädigt und erhielt 7,2 Millionen Euro. Im abgelaufenen Jahr waren es fast vier Millionen Euro weniger.
Gehalt: 1,3 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

Platz 3: Karlheinz Blessing
7 von 9

Der Manager ist seit Januar 2016 für den Bereich Personal und Organisation verantwortlich. In dieser Funktion muss der 59-Jährige derzeit den geplanten Stellenabbau im Rahmen des Zukunftspaktes umsetzen. Ein Vergleichsgehalt für 2015 liegt nicht vor.

Gehalt: 1,4 Millionen Euro
Bonus: 1,9 Millionen Euro

In Westeuropa und China stellt sich VW Truck & Bus ebenfalls auf Marktzuwächse ein, während in Nordamerika ein Rückgang erwartet wird. Renschler will das Truck-Geschäft internationaler aufstellen: Im vergangenen Jahr war der Konzern deshalb beim kleinsten amerikanischen Lkw-Bauer Navistar eingestiegen. In China, wo MAN am lokalen Hersteller Sinotruk beteiligt ist, prüfen die Wolfsburger zudem ein zweites Nutzfahrzeug-Joint-Venture.
„Wir sind derzeit in Diskussionen zu unterschiedlichen Möglichkeiten“, sagte der Truck-Chef. Dazu gehört ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen VW-Partner FAW. Auf die Frage, ob auch der Anteil an Sinotruk erhöht werden könnte oder ob er einen anderen Partner bevorzuge, sagte Renschler: „Alle Optionen sind offen.“ Es gebe nichts, was wahrscheinlicher oder ihm lieber sei. „Wir führen Gespräche.“ Die Zusammenarbeit mit Sinotruk laufe „ganz gut“.

Zu den geplanten Verbesserungen bei der Rendite soll auch die unter Renschlers Ägide verbesserte Zusammenarbeit der Lkw-Töchter MAN und Scania beitragen. Durch die klare Verteilung von Zuständigkeiten und die Vermeidung von doppelten Entwicklungsarbeiten sollen die Kosten deutlich sinken. Ab 2025 sollen sich die Synergieeffekte auf eine Milliarde Euro belaufen. Zudem will die VW-Trucksparte künftig mit digitalen Diensten Geld verdienen.

  • rtr
  • dpa
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