MAN und Scania: Volkswagens Lkw-Sparte erwartet deutlich höhere Zuwächse

MAN und Scania
Volkswagens Lkw-Sparte erwartet deutlich höhere Zuwächse

Volkswagens Lkw-Sparte will 2017 kräftig zulegen. Das Geschäft mit Marken wie MAN und Scania soll Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr „deutlich verbessern“. Das hänge jedoch von der Erholung in Brasilien ab.
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MünchenVolkswagen will in seinem Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen 2017 kräftig zulegen. „Wir wollen das Ergebnis noch mal deutlich steigern“, sagte Matthias Gründler, Finanzchef von VW Truck & Bus, am Montag in München. Auch Umsatz und Profitabilität sollen zulegen. Die Sparte, zu der die Lkw-Töchter Scania und MAN sowie das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien zählen, hatte die operative Rendite 2016 auf 6,1 (5,0) Prozent gesteigert. Langfristig will VW in diesem Geschäft durchschnittlich neun Prozent erreichen und weltweit führend in der Branche sein. „Wir streben nicht die Volumenmeisterschaft an, wir wollen die profitabelsten sein“, sagte Truck-Chef Andreas Renschler.

Wie stark die Steigerung in diesem Jahr ausfalle, hänge von der Marktentwicklung in Brasilien ab, erläuterte Finanzvorstand Gründler. Nach jahrelanger Krise in dem einstigen südamerikanischen Boommarkt erwartet VW Truck & Bus für die zweite Jahreshälfte eine leichte Verbesserung. „Die richtige Erholung wird dann vielleicht 2018 kommen“, fügte Renschler hinzu.

In Brasilien erzielte die VW-Trucksparte zuletzt knapp ein Zehntel ihres Absatzes und zählt zu den Marktführern. In Boomzeiten war der dortige Markt allerdings mehr als dreimal so groß wie 2016. Brasilien sei „seit jeher ein wichtiger Markt“, der sich aber schon immer „durch starke Zyklen“ auszeichne, sagte Renschler. Außer in Brasilien rechnete er auch in Russland mit positiven Impulsen.

In Westeuropa und China stellt sich VW Truck & Bus ebenfalls auf Marktzuwächse ein, während in Nordamerika ein Rückgang erwartet wird. Renschler will das Truck-Geschäft internationaler aufstellen: Im vergangenen Jahr war der Konzern deshalb beim kleinsten amerikanischen Lkw-Bauer Navistar eingestiegen. In China, wo MAN am lokalen Hersteller Sinotruk beteiligt ist, prüfen die Wolfsburger zudem ein zweites Nutzfahrzeug-Joint-Venture.
„Wir sind derzeit in Diskussionen zu unterschiedlichen Möglichkeiten“, sagte der Truck-Chef. Dazu gehört ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen VW-Partner FAW. Auf die Frage, ob auch der Anteil an Sinotruk erhöht werden könnte oder ob er einen anderen Partner bevorzuge, sagte Renschler: „Alle Optionen sind offen.“ Es gebe nichts, was wahrscheinlicher oder ihm lieber sei. „Wir führen Gespräche.“ Die Zusammenarbeit mit Sinotruk laufe „ganz gut“.

Zu den geplanten Verbesserungen bei der Rendite soll auch die unter Renschlers Ägide verbesserte Zusammenarbeit der Lkw-Töchter MAN und Scania beitragen. Durch die klare Verteilung von Zuständigkeiten und die Vermeidung von doppelten Entwicklungsarbeiten sollen die Kosten deutlich sinken. Ab 2025 sollen sich die Synergieeffekte auf eine Milliarde Euro belaufen. Zudem will die VW-Trucksparte künftig mit digitalen Diensten Geld verdienen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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