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Industrie: MAN - Vom Angreifer zur Beute

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  • Vor fünf Jahren wollte MAN den Konkurrenten Scania schlucken und zum größten europäischen Nutzfahrzeughersteller aufsteigen. Nun sind die Münchner vom Scania-Mutterkonzern Volkswagen selbst übernommen worden und verlieren nach 253 Jahren ihre Unabhängigkeit. VW hält nach Angaben vom Montag knapp 56 Prozent an MAN und will beide Lkw-Hersteller zusammenführen. Eine Übersicht über den Machtkampf der drei Fahrzeugkonzerne:

  • 13. September 2006:

    MAN - als Unternehmen damals noch unabhängig von Volkswagen - bekundet Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Scania, an dem VW bereits beteiligt ist. Wenig später legen die Münchner ein 9,6 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot vor.

  • 26. September 2006:

    Scania-Großaktionär Volkswagen, der 34 Prozent dem schwedischen Lkw-Bauer hält, spricht sich gegen die Übernahme aus. Stattdessen schlagen die Wolfsburger ein Dreierbündnis von MAN, Scania und der VW-Nutzfahrzeugsparte vor.

  • 4. Oktober 2006:

    Volkswagen steigt mit gut 15 Prozent bei MAN ein. Der damalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder betont jedoch, VW wolle MAN nicht übernehmen, der Einstieg solle nur eine freundliche Lösung des Konflikts um Scania fördern.

  • 12. Oktober 2006:

    Trotz des VW-Widerstands stockt MAN seine Offerte für Scania auf gut zehn Milliarden Euro auf und wird durch Aktienkäufe drittgrößter Anteilseigner der Schweden.

  • 11. Januar 2007:

    Der VW-Aufsichtsrat lehnt das MAN-Angebot für Scania endgültig ab und fordert eine einvernehmliche Lösung.

  • 3. Januar 2007:

    MAN zieht seine Offerte zurück und kündigt Gespräche über eine Lastwagen-Allianz mit Scania und VW an.

  • 27. Februar 2007:

    VW stockt seine Beteiligung an MAN auf 29,9 Prozent auf. Eine Woche später erhöhen die Wolfsburger ihren Stimmrechtsanteil an Scania auf 35,3 Prozent.

  • 15. Dezember 2008:

    VW verkauft sein Geschäft mit schweren Lkw und Bussen in Brasilien für 1,2 Milliarden Euro an MAN.

  • 3. März 2008:

    VW stockt seinen Anteil an Scania auf 68,8 Prozent der Stimmrechte auf. Die Wolfsburger übernehmen die Beteiligung der schwedischen Großaktionäre um die Industriellenfamilie Wallenberg für knapp 2,9 Milliarden Euro.

  • 1. April 2010:

    VW-Patriarch Ferdinand Piech macht die Lkw-Allianz zur Chefsache. „Die Kooperation will VW, will auch MAN, will auch Scania. Ich bin überzeugt, wir bringen sie zustande“, sagt er auf der MAN-Hauptversammlung.

  • 29. April 2010:

    Nach langem Schweigen sprechen MAN und Scania wieder über mögliche Kooperationsfelder. Es werde „eine intensivere technische Zusammenarbeit auf Produktebene“ geben, sagt MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen.

  • 6. Juli 2010:

    Der VW-Aufsichtsrat schafft ein neues Vorstandsressort, das MAN und Scania enger verbinden soll, und treibt eine Dreier-Allianz damit weiter voran.

  • 9. Mai 2011:

    VW stockt seinen Anteil an MAN auf über 30 Prozent auf und kündigt ein Übernahmeangebot für den Konzern an.

  • 30. Mai 2011:

    VW legt das offizielle Übernahmeangebot vor und bietet 95 je MAN-Stammaktie und 59,90 Euro je Vorzugspapier.

  • 27. Juni 2011:

    Die EU-Kommission stoppt den Durchmarsch von VW und ermahnt den Konzern, die fusionsrechtliche Genehmigung abzuwarten, bevor die VW-Führung in den MAN-Aufsichtsrat einzieht.

  • 4. Juli 2011:

    VW kontrolliert nach dem Pflichtangebot 55,9 Prozent an MAN.

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