Management bekräftigt Ziele für 2004 und bereitet den Markt auf härtere Zeiten vor
Pfizer wappnet sich gegen den Ablauf von Patenten

Der US-Konzern Pfizer richtet sich auf schwächere Wachstumsraten in den kommenden drei Jahren ein. Zugleich bekräftigte das Management, dass der Konzern gegen den Ablauf von Patenten gerüstet sei.

shf FRANKFURT/M. Das Management des weltweit führenden Arzneimittelherstellers bekräftigte seine Zuversicht, dass der Konzern den Patentablauf bei einer Reihe wichtiger Medikamente dank zahlreicher Neuentwicklungen besser verkraften werde als viele Konkurrenten.

„Uns ist seit langem bewusst, dass wir vor erheblichen Patentabläufen stehen, die rund 14 Mrd. Dollar unseres derzeitigen Umsatzes betreffen“, räumte Pfizer-Chef Hank McKinnell auf einer Analystenkonferenz ein. „Aber wir sind ein einer ganz anderen Position als jene Unternehmen, denen die Mittel fehlten, um auf solche Herausforderungen zu reagieren.“

Analysten werteten die Aussagen als positives Signal. Der Markt sei in seiner Zuversicht gestärkt worden durch die Informationen zur Produktentwicklung und die klare Überzeugung des Managements, dass es die Herausforderungen meistern könne, urteilt Anthony Butler von Lehman Brothers in einer Stellungnahme.

Pfizer-Chef McKinnell bestätigte das Ziel, 2004 den Nettogewinn auf gut 12 Mrd. Dollar zu verdreifachen. Bereinigt um weitere Kosten für die Integration von Pharmacia soll der Nettogewinn zwischen 16,1 und 16,3 Mrd. Dollar liegen. Das entspricht gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert einem Zuwachs von mehr als einem Viertel. Für die kommenden Jahre dürften die Ertragssteigerungen allerdings bescheidener ausfallen.

Analysten rechnen im Durchschnitt für 2005 noch mit einem Plus von neun Prozent beim Gewinn je Aktie. Immerhin ist von den Patentabläufen bei Pfizer in den nächsten Jahren rund ein Viertel des derzeitigen Umsatzes von 52 Mrd. Dollar betroffen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund kursieren in der Pharmabranche inzwischen Gerüchte, Pfizer könne sich nach der Übernahme von Pharmacia und Warner-Lambert schon bald zu einer weiteren Großakquisition entschließen. Als Kandidat wird unter anderem der US-Biotech-Konzern Amgen gehandelt.

Analysten gehen davon aus, dass Pfizer den Patent-Effekt nicht voll kompensieren kann, obwohl der US-Konzern am Dienstag eine durchaus eindrucksvolle Forschungs-Pipeline präsentierte. In den fünf Jahren bis Ende 2006 will Pfizer Zulassungsanträge für insgesamt 20 neue Medikamente stellen, zwölf davon bis Ende dieses Jahres. Die Zahl der Produktkandidaten habe man seit dem vergangenen Jahr um rund ein Fünftel erhöht.

Zu den wichtigsten Neuentwicklungen für die nähere Zukunft gehört ein neues Kombinationspräparat gegen erhöhte Cholesterinwerte. Dabei hat Pfizer den etablierten Bestseller Lipitor, der derzeit umsatzstärkste Cholesterinsenker, mit einem Wirkstoff kombiniert, der die „guten“ HDL-Werte erhöht.

Ein weiterer Hoffnungsträger für Pfizer ist das inhalierbare Insulin Exubera, das der Konzern zusammen mit Sanofi-Aventis entwickelt. Über die Konditionen der Partnerschaft wird derzeit mit Sanofi neu verhandelt. Unabhängig davon deutete das Pfizer-Management gegenüber Analysten an, dass man in der ersten Hälfte 2005 einen Zulassungsantrag für das Produkt in den USA stellen will. In Europa haben Aventis und Pfizer bereits im Frühjahr 2004 die Genehmigung beantragt.

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