Management der Abigroup begrüßt Offerte
Bilfinger Berger hat Australien im Visier

Bilfinger Berger will die australische Abigroup für rund 110 Mill. € übernehmen. Deutschlands zweitgrößter Baukonzern werde allen Abigroup-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot über 3,90 australische Dollar je Aktie unterbreiten, teilte Bilfinger Berger am Donnerstag mit.

HB STUTTGART. Zusammen mit der bereits bestehenden Beteiligung an Boulderstone Hornibrook mache die Übernahme Bilfinger Berger mit mehr als 1,2 Mrd. € Bauleistung zum zweitgrößten Bauunternehmen in Australien nach der Hochtief-Tochter Leighton. Die Abigroup soll nach den Vorstellungen von Bilfinger Berger sofort positive Beiträge zum Konzernergebnis liefern. Die Führung der Abigroup begrüßte das Angebot: „Wenn das Angebot erfolgreich ist, wird Bilfinger Abigroup mit dem notwendigen Kapital ausstatten, um weiter zu prosperieren“, sagte Chief Executive Officer John Cassidy.

Für Bilfinger Berger ist die Abigroup vor allem wegen ihres Engagements in großen Infrastrukturprojekten wie etwa Autobahnen oder dem Betrieb von Gas- und Wassernetzen interessant. Von der Abigroup könnten Umsatzrenditen von mindestens drei Prozent vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwartet werden. Gemessen an den 440 Mill. € Leistung, die Abigroup im vergangenen Jahr mit 1500 Mitarbeitern erzielt hat, wären das rund 13 Mill. €. Großprojekte sollen die Leistung im laufenden Jahr aber kräftig steigen lassen. Verkaufen will Bilfinger Berger die Beteiligung am Veranstaltungszentrum Sydney Super Dome, die der Abigroup in den vergangenen Jahren Verluste beschert hatte. An eine Fusion mit der seit 1993 zu Bilfinger Berger gehörenden Hornibrook sei nicht gedacht, hieß es.

Bedingung für die Übernahme ist eine Mindestannahmequote von 90 % des Kapitals und die Zustimmung der Kartellbehörden, wie Bilfinger Berger mitteilte. Mit dem Mehrheitsaktionär Vercot hat sich der Mannheimer Konzern bereits geeinigt. 19,9 % an der Abigroup habe dieser bereits verkauft und Bereitschaft signalisiert, auch den Rest des Gesamtpakets von 50,2 % abzugeben. Das öffentliche Angebot an die Aktionäre beginnt Ende Oktober und soll Ende November abgeschlossen sein.

Der australische Baumarkt boomt im Unterschied zum deutschen immer noch, weshalb dort zahlreiche deutsche Konzerne investiert haben. In den vergangenen zwei Jahren lagen die Wachstumsraten zwischen sechs und elf Prozent, in diesem und im nächsten Jahr soll das Marktwachstum ebenfalls zweistellig sein. „Der Preis ist in Ordnung, und die strategische Position sehr interessant“, sagte Analyst Frank Laser von der Berenberg Bank zur geplanten Abigroup-Übernahme.

Nach dem Verkauf der Buderus-Anteile für 551 Mill. € an Bosch hatte Bilfinger Berger angekündigt, seine rund eine Milliarde Euro an liquiden Mitteln für Zukäufe im Ausland und im Dienstleistungsgeschäft verwenden zu wollen. Seit kurzem ist auch das Interesse an Teilen von J.A. Jones, der US-Tochter des zusammengefallenen Holzmann-Konzerns, wieder erwacht. Das in den vergangenen Jahren zugekaufte Geschäft mit baunahen Dienstleistungen soll der im Nebenwerteindex MDax gelisteten Bilfinger Berger in diesem Jahr zu einem deutlich steigenden operativen Gewinn verhelfen.

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